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Donnerstag, 8. August 2013

annað stigum til Emstrur

zweite Etappe nach Emstrur...

mit viel Lese- und Sehstoff...

Wie im letzten Teil beschrieben hatten wir auf Grund des schlechten Wetters in Alftavatn und der hohen Müdigkeit schnell den Weg in die Zelte gefunden und waren auch ebenso schnell eingeschlafen...trotz Ohrstöpseln wurde ich gegen 23:00 von Regen geweckt... dieser Regen hielt sich hartnäckig die ganze Nacht... (ich gehe einfach mal davon aus, dass es durchgängig geregnet hat...es wäre zwar denkbar dass der Wettergott genau dann die Schleusen geöffnet hatte, wenn ich wach wurde, aber sehen wir mal von übernatürlichen Umständen ab...)

Der Plan war mal wieder um 6:00 aufzustehen und uns auf den Weg zu machen...wir hatten uns drauf geeinigt im Falle von Regen es im Abstand von einer Stunde immer wieder zu versuchen...

6:00 - Regen
7:00 - Regen
8:00 - Regen
9:00 - kein Regen!!!

in Windeseile schüttelten wir die Reste des Regens von unseren Zelten, packten und schulterten die Rucksäcke und machten uns auf den Weg...

wir waren nicht die einzigen, die diesen Plan hatten...seit Landmannalaugar folgte uns eine Gruppe französischer Pfadfinder die es vorzogen bei jeder Gelegenheit zu singen... aber wirklich IMMER waren die am singen... wir versuchten deshalb meist weit vor oder hinter ihnen zu wandern...bisher hatte das immer gut funktioniert...nur auf dieser Etappe sollten wir ihnen öfter begegnen... 

die andere Gruppe die uns regelmäßig über den Weg lief, bestand aus etwa zehn dekadenten Russen, die NICHT gewandert sind, sondern mit breitbereiften Geländewagen von Hütte zu Hütte gefahren wurden...und dort abends ausufernd gesoffen haben... so kann man es auch machen... in diesem Sinne: "До дна!" (Hau weg die Scheiße!)

in den Bergen von Alftavatn habe ich übrigens noch einen kleinen Smiley entdeckt...ob nun natürlicher Ursache oder von Bergsteigern mit Humor in den Schnee gezeichnet, konnten wir nicht klären...


zurück zum Wandern in Reinform... nach nur wenigen Metern kam schließlich der erste Fluss, den wir wirklich zu Fuß durchqueren mussten, selbst ausgiebiges Suchen nach flachen Stellen die man einfach hätte durchqueren können blieb ohne Erfolg...da mussten wir nun durch: 





J. ging wie immer mit großem Mut voran und stieg als erster mit Turnschuhen beschuht in das kalte Nass...



 

Danach traute auch ich mich ins Wasser...hier in der Mitte mit der weißen Plastiktasche vor der Brust..darin meine Wanderstiefelchen... so ein kalter Fluss am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen und macht verdammt wach...da ich keinen Kaffee trinke, kann ich hier keinen Vergleich anstreben, aber der Wachzustand hielt lange an... 



Am anderen Ufer angekommen sahen wir zu, dass wir schleunigst aus den nassen Schuhen rauskamen und wieder die trockenen Wanderschuhe anbekamen...die triefend nassen Turnschuhe fanden dann ihren Platz am Außenbereich des Rucksacks...gleichzeitig legten wir eine nicht zu verfehlende Wasserspur für alle unsere Verfolger...

Landschaft wie auch Himmel wandelten sich recht bald: es ging los mit grünen Hügeln und vielen Wolken und mit der Zeit wandelte sich erstere hin zu mehr dunkler Lava und letzterer wurde heller und blauer... 


Schon bald kam der nächste Fluss in Sichtweite und einerseits war er mit seinen Stromschnellen äußerst imposant anzusehen, andererseits recht ernüchternd bei dem Gedanken, dass wir da eventuell auch wieder zu Fuß durch müssten...


das isländische Tourismusministerium hatte aber Mitleid mit uns (und anderen Wanderern) und so hat man eine freundlicherweise eine stabile (ja war sie wirklich) Holzbrücke in die Landschaft gesetzt....auch hier nimmt J. seine Pionierfunktion wahr und quert als erster... ich bin recht schlecht im Schätzen von Höhen, aber ich nehme mal an dass von Kante der Schlucht bis zur Wasseroberfläche etwa 5 Meter Höhenunterschied waren....die Brücke war nochmal 2 Meter in die Höhe gebaut... und im Reiseführer stand zu dieser Stelle: "bei höheren Wasserständen muss der Weg zur Brücke gefurtet werden" ... nach dem Überqueren hatten wir dann eine Vorstellung, was mit "höheren Wasserständen" gemeint sein musste und wir waren froh, dass wohl gerade Niedrigwasser herrschte... 


so sahen die Stromschnellen von der Brücke aus...


nach etwa einer weiteren halben Stunde kam der nächste Fluss (ja, davon hat Island verdammt viele...) ...diesmal leider ohne Brücke...es ist ein Abfluss eines nahen Gletschers und dementsprechend kalt...auf Grund der schmalen Stelle die zum Furten genutzt werden kann, kam zu einem kleinen Stau...der Fluss ist etwas mehr als knietief und es war recht amüsant zu erleben, dass egal aus welchem Land man kommt: der Ausdruck für "scheiße ist das Wasser kalt" ist in so ziemlich jeder Sprache "uaaaaaaah" ...mein freudig verzerrter Gesichtsausdruck schmückt nun ein britisches Urlaubsfoto...

hier holten uns auch besagte Franzosen wieder ein und beim Furten machen sie sich gegenseitig Mut und schrien ganz in Revolutionslaune "Allons!!! Allons!!!" 

nach dieser Querung kann ich zumindest sagen, dass Wasser auch weit unter 0°C flüssig sein kann... Physiker kriegen das zwar im Labor auch schon hin, aber nur solange das Wasser unbewegt und ruhig ist... für weitere Experimente schlage ich der Welt der Physik diesen Fluss vor...
 


recht schnell änderte sich das Landschaftsbild und wir kamen in eine ausgedehnte Steinwüste... hatte gewisse Ähnlichkeiten mit Bildern von der Mondoberfläche...und unter anderem hier haben amerikanische Astronauten in den 1960ern trainiert, bevor sie dann die Kulissen in den Fernsehstud...ach nein...den Mond betreten haben ;-)


hier ein Blick auf den Gletscher, welcher den eben durchquerten Fluss fleißig mit Wasser füllt:


nun kamen die Flüsse zuverlässig im Stundentakt...hier ein ansehnlicher Wasserfall mit Brücke im Hintergrund, die wir nutzen konnten...das Ufer lud zu einer entspannenden Rast ein und unter dem monotonen Rauschen des Wasserfalls nahmen wir unsere Pausenmahlzeit ein...


und wieder wechselte die Landschaft abrupt ihr Erscheinungsbild: aus schwarz wurde wieder grün...und der Himmel hatte endgültig auf "Schönwetter" umgeschaltet... so macht Wandern richtig Spaß!


...und nach nur einer halben Stunde etwa wechselte das Grün wieder in ein sattes Lavaschwarz...und bis zum Horizont mussten wir noch laufen... hier war es angenehm still...und ich meine "still" ... wenn man stehengeblieben ist und die Luft für einen kurzen Moment angehalten hat, hat man nichts...wirklich NICHTS gehört...kein Hintergrundrauschen einer Stadt, keine Flugzeuge, keine Tiere, kein Wind... absolute Stille...


die letzten Meter bis zur Hütte führten stetig bergab und dazu auch wieder zu Knieschmerzen meinerseits...in einem Tal aber sahen wir schon die Dächer von Emstrur...unserem Nachtlager: 


und hier der Vulkan "Katla", er ist einer der aktivsten Vulkane in Island und liegt unter dem Gletscherschild des Mýrdalsjökull...welchen man hier in erster Linie sieht... er bricht etwa alle zehn Jahre aus und ist längst überfällig... überall stehen Warntafeln mit dem Hinweis im Falle eines Ausbruchs schnellstmöglich auf naheliegende Gipfel zu steigen um den Unmengen an Schmelzwasser zu entkommen... 


 Camp Emstrur liegt äußerst idyllisch gelegen in einem Tal direkt an einem kleinen Bach der leise säuselnd in seinem Bett rauscht...


man kann direkt aus dem Bach trinken...so versicherte man uns seitens der Wärter... J. blieb seiner Pionierrolle treu und versuchte sich als erster daran... als er nach fünf Minuten immernoch am Leben war, versuchte ich es ebenfalls ... und ich muss sagen: kalt und gut und vor allem ohne jegliche Nebenwirkungen! "pure icelandic water" wie es auf allen isländischen Lebensmitteln mit der Zutat Wasser zu lesen war...

das schöne Wetter wollten wir ausnutzen und so machen wir uns an die Zubereitung des Abendessens... aus Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass wenn man Tütensuppe mit etwa einem Viertel der vorgegebenen Menge Wasser kocht, erhält man einen Nudelbrei... essen kann man diesen trotzdem... 


...weiterer positiver Nebeneffekt des schönen Wetters: die nassen Kleider die wir seit der Begegnung mit isländischem Regenwetter in den Bergen mit uns herum getragen hatten, konnten endlich trocknen... 


...und nun das Camp von der anderen Seite...eine Holztreppe führt hoch zu den Toiletten und Duschen...

besagte Treppe hatte einen ziemlich unnatürlichen Stufenabstand... entweder haben die Architekten vom RW1 der Uni Mainz hier kopiert oder umgekehrt...jedenfalls sah man immer aus, als hätte man einen latenten Gehfehler...


zum Glück konnte man auch wunderbar neben der Treppe laufen... und nach ausgiebigem Sonnenbaden ging es dann gegen 23:00 Uhr (es war noch taghell) ins Bett...die Franzosen (welche gut eine Stunde nach uns das Camp erreichten) hatten endlich aufgehört zu singen und zu labern und das einzige was zu hören war, war das Gluckern des Baches... und vor uns lag die letzte Etappe des Laugavegur...




Mittwoch, 10. November 2010

mana

die busfahrt nach nadi war ebenfalls wieder ein erlebnis...der bus kroch wieder mit 5km/h berge hinauf...nur um später dann den hang mit 110 hinabzurasen...verkehrsregeln dienen auch meist nur der orientierung...und man bekommt schnell eine windschnittige frisur wenn man sich aus dem fenster lehnt...




in nadi angekommen, bemühten sich gleich drei taxifahrer um die vier leicht zu erspähenden rucksackreisenden welche ganz alleine auf dem busbahnhof standen... jeder der taxifahrer wollte 8$ dafür dass er jeweils einen von uns ins hostel fährt...denn natürlich passt mit dem gepäck immer nur eine person ins taxi...

nach kurzer zeit sprach uns der besitzer eines pick ups an...er bot uns ebenfalls an uns zum hostel zu fahren...alle auf der ladefläche für 8$...wir willigten ein, luden unser zeug auf und sprangen ebenfalls auf die ladefläche...dort fanden wir noch zwei bänke und eine bassbox...für sitzkomfort und musikalische unterhaltung war also gesorgt...auch der fahrer des pick ups schien sich eher wenig für verkehrsregeln zu interessieren...immerhin kamen wir so zügig durch den abendlichen stadtverkehr...






wieder in nadi im bamboo hostel angekommen, bemühte sich samu direkt darum, uns das "sparpaket" für die insel mana zu beschaffen...man zahlt für drei nächte und bekommt die vierte umsonst... alle speisen sind inbegriffen...man muss sich nur was zu trinken mitnehmen denn die preise für wasser und sonstige getränke sind sehr sehr hoch auf den inseln...und das wasser aus dem wasserhahn dort ist nicht gefiltert...insofern nicht trinkbar...viele bekannte gesichter waren noch im bamboo vertreten...wiedersehn macht halt freude...

in ganz fiji wurde am 5.11. das lichterfest gefeiert, überall hingen lichterketten und die menschen verschossen kiloweise feuerwerk...in fast jedem hostel gab es zur belustigung der touristen eine show mit feuertänzern... 






shannon, nathan (zwei australier die uns im bus begleitet hatten und im nachbarhostel abgestiegen sind), laura und ich saßen am strand und beobachteten eine der feuertanzshows...nach deren ende mussten wir vier dann noch selbst mittanzen weil das "publikum" eine zugabe verlangt hatte... nach fünf minunten rhythmischer sportgymnastik wurden wir dann mit applaus entlassen...nathan war müde und ging ins bett, shannon kam noch mit zu uns auf eine runde cava...gegen viertel vor eins war für mich der tag gelaufen und ich ging ins bett...

der 6.11. begann "früh" wie immer um 8 uhr wenn die sonne den schlafsaal wieder aufgeheizt hat...laura und ich sind noch schnell in den getränkeladen gelaufen und haben wasser für die reise gekauft... um 9:45 wurden wir abgeholt und um 10:30 waren wir auf dem speedboot nach mana...vor der westküste von fiji liegen jede menge kleinerer inseln und auf fast jeder davon steht mindestens ein hostel oder hotel... nach einem unterwegshalt erreichten wir dann schließlich mana... eine der fast schon größeren inseln mit zwei backpackerhostels auf der einen und zwei luxushotels auf der anderen seite der insel...

hier lebt man richtig gemütlich...terrasse direkt am meer...strom und internet nur an wenigen stunden am tag und wie überall: fijitime... eile mit weile...

die landschaft hier ist ebenfalls traumhaft...zwar weniger palmen als am beachhouse, aber der strand und die lagune sind top...



 

 

direkt an der rezeption hab ich dann auch wieder erika vom beachhouse getroffen, sie kam von einer der anderen inseln und wird nun ebenfalls ein paar tage hier bleiben...den nachmittag über lag ich eine gute stunde faul am strand, war schwimmen und danach bin ich mal schnell auf die andere seite der insel gewandert...das luxusressort liegt gute 15 gehminuten entfernt und hat ebenfalls einen sehr schönen strand zu bieten...etwas felsiger aber immernoch hübsch anzusehn...ebenfalls zum netten gesamtbild beitrage können die anderen inseln die man überall vom strand aus sehen kann...

das mittagessen waren sandwiches mit rindfleisch welches die konsistenz einer schuhsohle hatte und pommes die kalt waren...schonmal ein erster dämpfer für das "alle mahlzeiten mit drin paket"...

ich investiere aktuell grad ein paar minuten kostbare akkulaufzeit zum schreiben dieser zeilen...später werd ich noch ein wenig sportlich sein und evtl ein kayak mieten ... oder einfach wieder nur nichts tun ... habe mich dann fürs kayak fahren entschieden... im nachhinnein stellte sich dann raus, dass das all-inclusive paket mit dem essen sinnlos war...das abendessen was groß als "grillabend" angekündigt war, war eine katastrophe... die lammkeule durchwachsen und kalt...die kartoffeln ebenfalls kalt und die bratwurst naja...einzig der salat konnte ein wenig überzeugen... mit viel ketchup schmeckt alles irgendwann...

tag zwei habe ich recht locker angehn gelassen...mir ist das buch "das bildnis des dorian gray" in die hände gefallen...zwischen schlafen und essen kann ich also nun also immer mal wieder ein paar seiten lesen...nachmittags habe ich mich dann aufgemacht, die insel zu erkunden und den aussichtspunkt im norden der insel zu finden...

die einheimischen auf der insel leben wirklich in den allereinfachsten verhältnissen...holzhütten mit strohdach drüber, seltener mit fenstern...das dient hier als behausung...ich bezweifle dass sie fließendes wasser haben...strom ist vorhanden aber offenes feuer brennt in vielen dieser hütten sobald es dunkel wird...überall trifft man auf wilde müllkippen auf denen die überreste der vertreter der sogenannten zivilisierten welt zu finden sind...champagner- und weinflaschen...bier- und schnapsflaschen...und viele weitere verpackungen von konsumprodukten der westlichen welt die hier als purer luxus gelten dürften...vielleicht sollte ich mir die bilder mal wieder ansehn wenn ich mich in der heimat drüber aufrege, dass die internetverbindung zu schlecht ist oder nix gescheites im fernsehn kommt...



 

nach knapp 15 minuten war ich am flughafen...ja, flughafen...eine einfache schotterpiste auf der insel...wenige minuten später war ich dann im wald, aber die wegweiser hörten irgendwann auf und ich fand erstmal nur den sunset beach von dem man eine sehr gute sicht auf den sonnenuntergang haben sollte...der erste sonnenuntergang auf mana war der erste sonnenuntergang den ich sehen konnte, bei dem die sonne im meer versinkt... und nicht wie bisher immer von wolken verdeckt wird bevor sie den horizont erreicht...sieht echt geil aus...soviel romantik hätte ich mir nicht zugetraut ;-)


um 19:34 war sie dann verschwunden und nur noch der rot leuchtende himmel gab einen hinweis auf gelbe scheibe die nun etwas später in westeuropa aufgehen sollte...

zurück zum aussichtspunkt: nachdem ich eine weitere müllkippe gefunden hatte, kam ich irgendwann auf dem hügel an und genoss die weitsicht:


den rest des tages habe ich mit lesen verbracht...bis das abendessen serviert wurde: steak mit kartoffeln und salat... es war auch wieder hart an der grenze zu blutig...aber insgesamt war es besser als am abend zuvor... die "animateure" der anstalt versuchten uns abends mit trinkspielen dazu zu bringen, mehr vom teuren bier zu kaufen...ich hab mich dann einiger zeit
zusammen mit ein paar anderen ausgeklinkt und wir haben einfach nur karten gespielt...später als der spieleabend beendet war und wahrscheinlich weitaus weniger gekauft wurde, als erhofft, habe ich dann mit ein paar engländern und ein paar schwedinnen auf ein bier an den strand gesetzt...nachdem wir irgendwie die zeit vergessen hatten und es auf einmal drei uhr morgens war, beschlossen wir, noch den sonnenaufgang abzuwarten...gegen vier uhr morgens sind die engländer und eine der beiden verbliebenen schwedinnen schlafen gegangen und gegen sechs uhr morgens wurde es hell, aber die sonne war hinter den bergen und den wolken versteckt, also sind meinereiner und die letzte schwedin auch zurück in den schlafsaal gegangen... auf dem weg dahin habe ich es noch geschafft, zielsicher die einzige große koralle am strand zu finden und meinen mittleren zeh des linken fußes daran zu stoßen...er leuchtete dann in einem schönen blau-rot und tat ziemlich weh...

Freitag, 5. November 2010

strandhaus

ich bin sehr froh dass mein plan aufgegangen ist und ich abseits der touristenfestungen die interessantesten leute kennengelernt habe bisher...ich habe kontakt zu den einheimischen und weiß wo es das billigste bier und den besten toast gibt...

und jedesmal wenn ich an den ressorts vorbeispaziere, freu ich mich von neuem drüber, dass mein horizont nicht an der zwei meter hohen mauer aufhört...auch wenn ich dafür auf den traumstrand verzichten muss...

tag zwei habe ich ebenfalls recht gechillt angehen lassen...man wird zwangsläufig gegen 8 wach weil es dann langsam gegen 30° geht...in bisher 2 nächten wurde ich 18 mal gestochen...das anti-mücken-spray hilft einfach mal überhaupt nicht...

ich war dann nochmal im getränkeladen um die ecke (10 minuten durch palmenwälder laufen) bier und toast kaufen weil mein heineken im kühlschrank ganz nach unten gerutscht ist und ich es dann mehr oder weniger lutschen konnte...besagter getränkeladen stellt die grundversorgung für den außenbezirk von nadi dar...und liegt mehr oder weniger allein auf weiter flur...

und ich hab extra noch gefragt "gefriert es unten in der truhe?" ... klar war die antwort "nein...nie"... 



den rest des tages habe ich mit ein wenig beachvolleyball verbracht...habe mit den babykatzen gespielt...deren katzenmutter ist übrigens die geborene killerin...sie verjagt JEDEN streunenden hund...und die haben entweder ein schlechtes kurzzeitgedächtnis oder sind einfach nur blöd und kommen immer wieder zurück...und es endet immer damit dass sie mit eingezogenem schwanz das gelände verlassen...

na johni, wirst du net auch weich bei so knuffigen katzenbabys? ;-)


 
schon bei beginn meines aufenthaltes im bamboo hostel wurde mir direkt erklärt, dass ich dort weitere touren buchen konnte...das sind so die dinge die mich nicht wirklich interessieren wenn ich grad vom flughafen komme, gerne duschen würde und meinen rucksack gerne mal abstellen würde...samu ist der geschäftstüchtigste von allen dort...er kommt dann fünf mal am tag zu einem, egal was man grade macht und fragt ob man sich nicht die kataloge mal anschauen will...das nervt mit der zeit...vor allem wenn samu versucht, einem irgendein hotel anzudrehen oder ein komplettpaket für rundreisen von denen er selbst keine ahnung hat... aber hauptsache er kassiert die provision...

mein plan wäre eigentlich gewesen, an der südküste der hauptinsel entlangzureisen und dann auf die nachbarinsel überzusetzen, es gibt dort eine übernachtfähre...

ok ich sollte besser sagen "es gab" ... denn am tag bevor ich los wollte, wurde bekannt dass eben diese fähre kaputt war... und nach neuseeland zur reparatur geschleppt wird... die ersatzfähre legt nur einmal pro woche ab...also entweder nen flug für 500$ hin und zurück buchen oder pläne ändern...im hinblick auf die finanzielle situation entschloss ich mich, meine pläne zu ändern und mal 3 nächte im beachhouse zu buchen, was an der südspitze der insel liegt... die bilder davon sahen zumindest richtig traumhaft aus... samu war dann relativ glücklich, irgendwas buchen zu können und wollte dann direkt ne anzahlung haben... da die jungs dort ja keine kreditkarte nehmen, bin ich zähneknirschend nochmal zum geldautomaten und habe geld abgehoben...

am selben abend gab es dann "lovo"...ein traditioneller fijianischer grillabend... läuft wie folgt ab: man schichtet holz auf, ganz oben legt man steine drauf...dann wird nachmittags das holz angezündet und es brennt ab...irgendwann fallen dann die steine nach unten in die glut und sind eh schon gut erhitzt... wenn alles holz weg ist, werden dann die auseinandergezogen, in die mitte wird ein kleines loch gegraben, dort hinein kommen fisch, hähnchen, fijianische süßkartoffeln und blätter einer pflanze deren namen ich vergessen habe...darauf kommen dann wieder die steine und das ganze wird dann wieder 4 stunden etwa sich selbst überlassen bevor es wieder ausgegraben und serviert wird...


der geschmack war sensationell gut...vor allem die kartoffeln und die blätter dieser pflanze waren klasse...hähnchen und fisch natürlich auch...

am nächsten tag wollte ich dann den 13 uhr bus richtung osten nehmen...es gibt momente, da nervt die fijitime (dieses lässige gehabe) einfach, vor allem wenn man irgendwo hin möchte und auf die mehrfach wiederholte frage "kommt denn ein bus? ich muss dann und dann an dieser stelle sein" nur ein "jaja, natürlich" bekommt... und eine halbe stunde bevor man dann am zentralen busbahnhof sein soll, stellt sich raus, dass doch kein bus mehr kommt... zwar haben es die jungs dann geschafft mir noch den fahrservice des hostels zu organisieren, aber ja...solcher stress ist einfach unnötig...wenn man in euro rechnet, sind die preise vernachlässigbar...trotzdem nervt es...


geschafft hab ich es trotzdem noch und diese busfahrt war ein erlebnis...ich war die einzige weiße person an diesem busbahnhof...alles andere einheimische...der bus war noch älter als der in malaysia, hatte keine scheiben, ab und an mal ein stück plastik was gegen den regen schützen sollte


und die 150 km fahrt kostete 4 euro... und zum thema komfort: naja...sagen wir es mal so: faulheit wäre, mit einem cocktailshaker in diesen bus einzusteigen und einige minuten über die landstraßen von fiji zu heizen...das wäre der beste geschüttelte cocktail der welt...

obwohl es ein expressbus war, hielt er unterwegs an jeder milchkanne und sogar für leute die an der straße standen und gewunken haben...gute zwei stunden später war ich dann an der einfahrt meines hostels angekommen..."the beachhouse"... es hatte natürlich auch strandhauscharakter, lag mitten im nirgendwo in einem palmenwald...die angrenzende lagune repräsentiert den südseetraum schlechthin...fast weißer sandstrand, türkisblaues wasser, palmen, sonne...und das beste: es ist nebensaison...insgesamt sind dort nur knapp 25 gäste (von 250 möglichen) und ich habe auch direkt wieder zwei tschechen getroffen, die mit mir in nadi im bamboo hostel waren... nach kurzer zeit am strand wurde ich auch wieder auf meine bändchen angesprochen...erika und anne, zwei mädels aus deutschland, haben die bändchen direkt erkannt... letztere reist mit nur einem handtuch und den kleidern die sie am körper hat, denn ihr gepäck reist ohne sie um die welt... bzw sie hatte es in los angeles ins büro der fluggesellschaft gestellt und als sie zurückkam, war das büro geschlossen...(sie hat es aber einen tag vor ihrer abreise wieder bekommen)

wir waren dann alle erstmal damit beschäftigt, bilder zu machen...die kulisse lädt einen förmlich dazu ein, millionen bilder zu machen...

abends gab es dann noch eine runde killerpool...eine im pazifischen raum scheinbar verbreitete art mit mehreren leuten auf einmal billard zu spielen: jeder hat drei leben und reihum wird versucht irgendeine kugel zu versenken... wenn man keine kugel oder die weiße versenkt, verliert man ein leben... nach drei runden stehen drei finalisten fest die eine finalrunde spielen...gleiche regeln...ich hatte es ins finale geschafft und musste mich dann nur dem barkeeper des hauses geschlagen geben...die jungs dort spielen den ganzen tag nichts anderes, entsprechend gut war er...die arbeitshaltung ist etwas lässiger als daheim...

mein mitbewohner für die drei nächte war rhys, ein australischer surfer wie er im buche steht: immer ein grinsen im gesicht, äußerst freundlich, wuschiges dunkelblondes haar...morgens um 7 schon auf dem surfbrett...mit ihm, den deutschen mädels, den tschechen und wallace und niamh, einem irischen pärchen hab ich die meiste zeit dort verbracht... wir waren auch mit die einzigen unter 40 dort...

hier einige bilder vom strand: perfektes südseefeeling...







hier von links nach rechts: meinereiner, erika, bibi, andrew, anne...


die schaukel am strand war ein sehr verlockendes spielzeug und fotomotiv...warum ich grad in dem moment so ne fresse ziehe weiß ich auch nicht...


ein ebenfalls oft umgesetztes fotomotiv war die palme am strand die weit nach unten hing...sitzkomfort ist durchaus verbesserungswürdig...aber egal...angesichts des umfeldes kann man da ausnahmsweise mal drauf verzichten...


am frühen morgen sieht es wie folgt aus: ruhig und friedlich...


diesen ausblick genießt man aus der hängematte :-)


und so geht die sonne unter...traumhaft...


bei diesen anblicken habe ich auch erstmal wieder ein paar minuten gebraucht um zu realisieren dass ich nun fast 22000km gereist bin...beim blick nach links schaue ich auf die datumsgrenze, welche nur wenige 100km entfernt verläuft, quasi ins gestern und ich zitiere mal einen meiner lieblingsfilme: "fiji, you can´t get any further away before you start coming back"

... mit anderen worten "wenn man noch weiter reisen würde, wäre man schon wieder auf dem rückweg" ... faszinierend...






an dieser stelle auch nochmal vielen dank an erika für die bilder :-) (c) bild  5,6,7 e.spengler

Mittwoch, 20. Oktober 2010

wetterkapriolen

oder warum ich nie wieder über deutsches aprilwetter meckern werde...

um dem frustrierenden abgelehnt-werden bei der jobsuche für einen tag zu entfliehen, haben wir (teresa, meine mitbewohnerin...martin, ein kumpel von ihr...beide aus der kategorie "sympathische deutsche ;-) und meinereiner) uns entschlossen, spontan ein auto zu mieten und die great ocean road von melbourne richtung adelaide zu fahren...es soll dort sehr schön sein hat man uns gesagt...und das wetter sollte auch nicht ganz so schlecht werden wie die tage vorher...ich erinnere kurz an regen...regen...regen...ach ja und natürlich regen...

da ich der einzige mit erfahrung im auf-der-falschen-seite fahren hatte, war ich dann auch der fahrer für diesen roadtrip...

als wir losfuhren war es noch trocken und bewölkt...man konnte sogar teilweise blau sehen...nach gut 20 minuten hatten wir die stadtgrenzen von melbourne erreicht und nach einer weiteren guten dreiviertelstunde waren wir in torquay, dem tor zur great ocean road...und dort drohte das wetter bereits mit dunklen wolken


also nichts wie ab ins auto und weiterfahren...es dauerte keine drei minuten und es goss wie aus eimern...was unsere laune doch schon negativ beeinflusste... fünfzehn minuten später riss die wolkendecke auf und die sonne strahlte mit lange nicht mehr gespürter kraft...




um die brücke zum thema aprilwetter zu schlagen: zwischen dem ersten und dem dritten dieser bilder lagen 20 minuten...und kurz darauf begann es wieder wie bescheuert zu winden und zu regnen...also rannten wir wieder zurück ins auto und machten uns wieder auf den weg richtung westen...

wer mitdenken kann, ahnt es schon: keine 20 minuten später hörte der regen wieder schlagartig auf und wir konnten folgende ausblicke genießen:



allerdings kündigt letzteres bild auch schon wieder regen an...dieser kam diesmal begleitet von starkem wind so dass er sich mehr oder weniger in der waagerechten bewegte...

nach insgesamt gut vier stunden fahrt hatten wir unser eigentliches ziel erreicht, die sogenannten zwölf apostel... eine formation aus (ja richtig, acht...) felssäulen die an einer steilküste zu finden sind... und normalerweise lässt schöner, strahlender sonnenschein den kalkstein richtig ansehnlich leuchten...ich rede mir die bestenfalls durchwachsene wettersituation mal schön indem ich sage, dass es trotzdem recht imposant aussah:



der schutthaufen im vordergrund des ersten bildes ist übrigens der rest der neunten säule...und zum beweis dass ich wirklich dort war und nicht irgendwelche schlechtwetterbilder aus dem internet gesucht habe:


unser model sascha trägt heute die pragmatisch klassische zwiebel (dreimal stoffkapuzenjacke + langarmshirt) sowie die zeitlos elegante jeans...abgerundet wird das outfit durch die stilvolle sonnenbrille, die verdeutlicht, dass einem auch bei scheißwetter die sonne aus dem arsch scheint... das lichter werdende haupthaar weht animalisch wild im wind... nicht in diesem bild aber dafür im nächsten: die fast schon obligatorischen retrotreter von converse, die sogenannten "chucks" ... es soll personen geben, die an der reisetauglichkeit dieser schuhe gezweifelt haben...

kurz nachdem wir fertig waren mit bilder machen, fing es mal wieder an zu regnen...an der steilküste wehte aber ein derart heftiger wind, dass der regen mal wieder nur von der seite kam...in kombination mit der windrichtung "von hinten" ergab sich die für das sitzen im auto recht unangenehme situation, dass die vorderseite trocken war und man hintenrum "batschnass" war, wie man im heimatlichen sprachgebrauch sagen würde...

die rückfahrt erfolgte dann durch das landesinnere wo wir uns noch ein paar seen anschauen wollten...um den schnellsten weg dorthin zu finden, wollten wir das navi nutzen...aber die tante im navi hatte da wohl ihren schlechten tag denn nachdem wir zum neunten mal nach jeweils längerer schnurgerader strecke nach links abgebogen waren, stellten wir fest, dass wir mehr oder weniger spiralförmig um einen punkt mitten im nirgendwo gefahren sind...das sind so die gründe, warum ich persönlich lieber ohne navi fahre...


von dem folgenden schild haben wie etliche gesehen...aber kein einziges känguruh...stattdessen schätzungsweise 24 millionen rinder... die auch mal ganz gerne in herden über die straßen rennen...


 
etwas weiter von der küste weg sieht es ein wenig aus wie in irland...sattes grün soweit das auge reicht...


danach haben wir uns dann flott auf den heimweg gemacht...wenn ich mir in deutschland mal ein auto kaufe, hat das mit großer wahrscheinlichkeit einen tempomat...sehr angenehmes entspanntes fahren... leider kamen wir gut 15 minuten zu spät für die rückgabe des wagens...die mietstation war schon geschlossen und so überlegten wir wo wir den wagen am besten parken konnten...was wir nicht bemerkten war, dass der nette angestellte der uns am morgen den wagen ausgehändigt hatte, in seinem wagen saß und uns beobachtete...nach kurzer zeit machte er auf sich aufmerksam und meinte dass das hier keine gute gegend sei, entweder sei der wagen am nächsten morgen abgeschleppt oder demoliert...leider könne er uns die haupthalle aber nicht mehr aufschließen weil sein chef schon weg ist und er die alarmanlage nicht ausschalten konnte...und nun folgt der sehr schön die scheinbar unendliche australische freundlichkeit demonstriert: der deutsche angestellte hätte uns nach der auskunft viel glück gewünscht und wäre davon gefahren... der australische kollege allerdings überlegte kurz und dann ist ihm eingefallen, dass er noch einen schlüssel für den LKW parkplatz hat...dort sollen zwar keine autos hin, aber besser als dass er abgeschleppt wird... also sperrte er kurzerhand das große tor auf, manövrierte eigenhändig das auto auf den hof und erledigte noch schnell die rückgabe des wagens...alles wie selbstverständlich...

fazit: auch wenn das wetter nicht immer mitgespielt hat, war es ein klasse 550km ausflug...