wenn denn das großsegel und das focksegel erfolgreich gehisst wurden, gibt es die anweisung "to the highside" (auf die hohe seite...) ... warum hohe seite? ganz einfach... sobald beide segel gesetzt sind, dreht captn pete das steuerrad und lässt den wind arbeiten... und völlig lautlos setzen sich 25 tonnen holz, stahl und segel in bewegung, nur angetrieben vom wind... faszinierend...und je schneller das boot fährt, desto mehr neigt es sich zur seite... bis fast hin zu einem 45° winkel...
das folgende bild aus dem inneren zeigt es recht anschaulich...das tau hängt lotrecht...
aber auch an deck war schieflage nicht zu verachten...
und es macht unheimlich spaß, sich einfach mal hinzustellen und den fahrtwind zu genießen...
nach einer guten dreiviertelstunde ritt auf dem besenstiel kamen wir dann an "whitsunday island" an...dort wurden wir dann wieder mit dem beiboot ans ufer gebracht und wanderten erstmal wieder über stock und stein durchs immergrüne dickicht quer über die insel...
vom höchsten punkt hatte man eine gute sicht auf unser ziel: whitehaven beach...und mal wieder sind die bilder nicht ansatzweise in der lage, die überwältigende aussicht auch nur im geringsten wiederzugeben...ich versuche es trotzdem mal mit den folgenden vier bildern, die mehr als zuviele worte sagen...
es folgte dann der abstieg zum strand selbst...dort konnten wir dann aus der nähe sehen und mit eigenen füßen und händen fühlen was wir von oben betrachten konnten...
der sand war noch weißer als auf fiji...und beinahe so fein wie mehl... im wahrsten sinne des wortes in windeseile brachte eine leichte brise den sand in die kamera...worauf so manches objektiv empfindlich reagierte und den weiteren dienst verweigerte... wir haben uns dann in unsere schutzanzüge gequält und haben im seichten warmen wasser noch eine runde wasserball gespielt und nach einiger zeit hat sich sogar ein stachelrochen zu uns gesellt...mit einigem respektsabstand haben wir ihn dann ausgiebig betrachtet... er schien nicht wirklich angst gehabt zu haben, aber irgendwann wurde es ihm dann doch zuviel und er hat sich wieder ins offene meer verzogen...
und mal wieder ein kleines beweisfoto um zu zeigen dass ich auch wirklich dort war und nicht nur die bilder von irgendwo aus den unendlichen weiten des internets geklaut hab:
nach einer guten weiteren stunde segeln hart am wind erreichten wir dann unseren ankerplatz für die zweite nacht...und dann gab es endlich abendessen: steak vom grill... falls ich später auch mal ein segelboot haben sollte, so wird es definitiv einen grill an bord haben...
und so sieht es dann aus, wenn an deck der gemütliche teil des abends eingeläutet wird...
wir verbrachten den abend damit, die unmengen an steaks und salat zu verdauen und dem wirklich imposanten wetterleuchten zuzuschauen, das aus allen richtungen immer heller wurde... und da pete dank iphone und wolkenradar bestens über das kommende wetter informiert war, spannten wir noch schnell eine art zelt vom baum (der querstrebe von mast) zu den beiden seitenwänden... er meinte nämlich es könnte anfangen zu regnen...
und das war auch gut so, denn kaum zehn minuten später begann es zu regnen... und das nicht zu knapp...ein richtiges gewitter auf see hat was...wir wurden auch unter dem schützenden zeltdach bis auf die knochen nass...es gab keine großen wellen, aber der wind bewegte das boot mit leichtigkeit hin und her und so manches mal kam man sich vor wie auf einem karussell... auf der radaranzeige hatte dieses unwetter noch nicht mal die stärke "moderat"... also noch in der unteren hälfte der skala... wie sähe dann wohl ein "heavy storm" aus... also ein schwerer sturm? ... mehrere meter hohe wellen ... das wäre mal ein abenteuer gewesen...
nachdem sich wind und regen gelegt hatten, haben wir noch schnell das wasser von deck geschrubbt und uns wieder nach oben gewagt und bis knapp zwei uhr zusammengesessen...
der letzte tag unseres segeltörns begann vom wetter her diesig und neblig und von der geräuschkulisse wie der vorherige tag: geschäftiges treiben in der küche...da die schlafmatten versetzt an der wand angeordnet sind, wurde ein teil von mir nicht von der über mir hängenden matte abgedeckt... und war somit dem kondens- (oder regen-?) wasser schutzlos ausgeliefert, welches in schöner regelmäßigkeit auf mein gesicht tropfte... ich dachte erst, mich wollte jemand auf diese art wecken...und nach dem fünften oder sechsten tropfen konnte ich diese konspirative theorie verwerfen...denn dann sah ich, dass es noch anderen so ging...
nach dem frühstück meinte pete nur, dass auf grund des vielen regens und dem damit verbundenen zustrom an süßwasser heute schnorcheln nicht wirklich was bringen würde, da die sichtverhältnisse sehr schlecht wären...also fuhren wir in eine weitere bucht und wurden wieder an land gebracht um einen kleinen dschungellauf zu absolvieren... in dieser bucht entstand auch das bild vom schiff aus dem ersten teil des beitrages... es ging dann 15 minuten steil bergauf über nasse und rutschige felsen zu einem kleinen plateau... dort gab es dann ein paar höhlen samt höhlenmalerei zu sehen...
für den hobbyarchäologen sicherlich interessant aber ich persönlich fand es jetzt irgendwie weniger spektakulär... und mit dieser meinung stand ich nicht alleine da...immerhin bot sich eine sehr schöne aussicht auf die bucht...
an der stelle an der wir abgesetzt (oder ausgesetzt?) wurden, entstand auch das einzige gruppenbild der reise:
pete erzählte uns dann noch, dass es früher in dieser bucht für jeden segler ein muss war, den namen des schiffes an die felsen am ufer zu pinseln... heute steht darauf eine strafe von 20000$ wegen verschmutzung eines unter naturschutz stehenden gebietes... die reste von früher sind aber noch zu erkennen...(das bild zeigt übrigens schön, wie neblig und diesig es morgens war...)
falls es also rivalisierende banden von segelunternehmen gibt und die einen den anderen eins auswichen wollten, so wäre es recht einfach, den namen des verfeindeten schiffs an die felsen zu pinseln und ein gut sichtbares "2010" hinzuzufügen...
auf der späteren rückfahrt gab es dann noch ein paar lektionen in sachen segeln: wie segelt man gegen den wind? antwort: kreuzen... dh man fährt in zickzackkurs möglichst hoch am wind (spitzer winkel um den tragflächeneffekt auszunutzen) in richtung des windes...das hat mehrere wenden zur folge was mit jede menge kurbelarbeit verbunden war um den baum von einer seite des schiffs auf die andere zu bekommen und dort zu verankern...
dann noch ein kleines highlight für mich: für kurze zeit die kontrolle über das schiff :-) die lenkung reagiert direkt und schnell, rückwärts einparken könnte etwas umständlich werden...aber egal...
die crew hat uns dann wohlbehalten wieder im hafen von airlie beach abgesetzt und wir haben uns dann von ihnen verabschiedet und unsere hostels aufgesucht oder sind zum busbahnhof gegangen... etwa die hälfte von uns hatte sich am abend zur "after-trip-party" in einer der großen bars eingefunden... es war ein tisch für uns reserviert und es gab freibier... auch für andere boote, die am selben tag wieder von ihren trips zurückkamen, waren tische reserviert... und es zeigte sich sehr schnell dass es eine gute entscheidung war, das kleinste schiff zu wählen... wir waren direkt wieder eine gruppe und nachdem wir gegessen hatten, kam es auch direkt wieder zu unterhaltsamen gesprächen während bei anderen tischen gequältes lächeln und ruhe herrschte...
dann wurden noch einige spielchen gespielt, bei denen die bootsreisenden gegeneinander antreten mussten... und wir haben alle gewonnen... was in weiterem freibier resultierte... und wir haben mit abstand die beste stimmung in der ganzen bar gehabt und wurden dafür vom besitzer gelobt (ok, der hatte auch schon dollarzeichen in den augen weil er hoffte, dass wir mehr bier kaufen würden...was wir aber nicht taten...freibier war ja genug da)...im finale des einen spiels stand unser vertreter und einer von nem anderen boot... frage des moderators: "von welchem boot seid ihr?" antwort karsten aus dänemark: "broomstick!!!" folge: lauter jubel von unserem tisch... antwort des typen vom anderen boot: "ääähm...." und er musste nochmal nachfragen was denn nun sein boot war... frage vom moderator: "wo ist deine mannschaft?" und dann gab es ein kurzes winken mit angespannten und gequälten mienen vom entsprechenden tisch...
fazit: es war ein richtig geiler trip mit richtig netten leuten...und leider einer verlustmeldung...dazu ein ander mal mehr...
und jetzt will ich zusätzlich zu der hängematte, dem gekko, dem campervan noch ein segelboot... idealerweise groß genug, um alle vorher genannten dinge darin unterzukriegen :-)
pic 1, 13, 16 sind von patrick...danke dafür ;-) thank you!
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Donnerstag, 23. Dezember 2010
Samstag, 27. November 2010
wasserwege
der neue morgen am cape tribulation begann genauso wie die nacht zuvor geendet hatte: mit regen... wir nahmen noch schnell unser kostenloses frühstück ein und machten uns dann direkt auf zum auto...wir standen dann vor der wahl wieder zurückzufahren oder mal weiter richtung cooktown zu fahren...offiziell kommt man dort nur mit einem allradfahrzeug hin...
ich wollte zumindest mal schauen, wie weit man ohne kommt... der dauerregen hat die steigungsreichen schotterpisten mit diversen kleinen kanälen und riesigen pfützen übersäht... es war nicht immer einfach oder möglich, diese zu umfahren und so wurden die federung unseres kleinen getz sowie die unserer bandscheiben öfters mal beansprucht...nach gut 30 minuten fahrt erreichten wir folgendes schild:
die straße machte allerdings den eindruck, als ob man auch mit nur frontantrieb noch weiterkommen würde... auf grund des vorsichtigen protestes der mädels von der rückbank suchte ich dann einen platz zum wenden ;-)
nach wenigen metern und einer kurve sahen wir dann auch, warum man hier besser nur noch mit jeep und co weiterfährt...
die "straße" endete abrupt an einem fluss und ging auf der anderen seite wieder weiter... da hab dann auch ich eingesehen, dass wir hier definitiv nicht mehr weiterkommen... nachdem wir uns das ganze ein wenig angeschaut hatten und auch andere autofahrer mit normalen autos ankamen und feststellten, dass hier kein weiterkommen ist, kam aus der gegenrichtung ein asiatischer allradler...ohne zögern fuhr er durch den fluss und unter den staunenden und neidischen blicken aller anwesenden brauste er dann wieder davon...
gab dem ego des fahrers wohl einen gewaltigen schub...
auch wir machten uns dann auf nach hause...der regen wurde unterdessen nochmals stärker und ich konnte zeitweise kaum weiter als zehn meter sehen und die scheibenwischer waren mit den wassermassen mehr als überfordert...auf den steilen bergaufpassagen wollten die vorderräder öfters mal ausbrechen...da war die erfahrung der zeit als zivi in einem schneereichen deutschen mittelgebirge von vorteil beim fahren...
jeder einzelne regentropfen der auf das autodach knallte, war wie ein kleiner stich in die seele der hoffnung auf sonne...
es gab außer dem beachhouse noch einen weiteren zugang zum cape tribulation...trotz regens machten wir uns auf, diesen zu erkunden...ich habe ein schnelles foto geschossen und dann sind wir auch alle wieder ins auto geflüchtet...
ja auch hier muss ich sagen, dass es trotz der beschissenen wetterverhältnisse immernoch klasse aussah...wo wir wieder bei dem problem der bilder wären: in echt sah das wesentlich besser aus...auch ohne dass ich mir die situation schön reden muss...der urwald fällt direkt ins meer ab...das grün war wesentlich saftiger als auf diesem bild und die wolken türmten sich wieder am hang...
als nächstes auf der route zurück nach cairns folgte dieses straßenschild vor dem ich einfach posieren musste:
bleibt noch die frage zu beantworten, welches wasser schnell fließt... ganz einfach: das wasser welches über die im letzten eintrag erwähnte behelfsbrücke fließt...ja, ÜBER die brücke... weil diese direkt über dem wasserspiegel gebaut wurde...zahlreiche schaulustige haben sich schon auf der neugebauten aber durch baufahrzeuge blockierten brücke eingefunden und betrachteten teils fasziniert, teils verärgert die eindrucksvolle demonstration der naturgewalten...
einzig ein paar jeeps und lastwagen waren in der lage, zum zeitpunkt der aufnahmen die "brücke" zu passieren
nach etwa einer guten stunde des wartens wird einem mal wieder bewusst, wie hilflos man doch mit seinen ipods, laptops, smartphones und sonstigen technischen spielereien abseits der zivilisation ist...es gibt halt leider keine "wasserstop-app" oder einen 24 stunden kundennotruf der mal schnell den wasserhahn abdreht...
glücklicherweise fiel der wasserstand dank einer regenpause und irgendwann war er dann bei knappen 30 cm angekommen und der regen setzte wieder ein... ein mutiger autofahrer der ebenfalls einen kleinen hyundai getz fuhr, fasste sich ein herz und versuchte mit viel anlauf durchs wasser zu fahren... es sah abenteuerlich aus aber er erreichte die andere seite unbeschadet...
da der regen stärker wurde, konnte ich mich mehr oder weniger durchsetzen und wir liefen zurück zum auto um ebenfalls die über- oder besser durchquerung zu wagen...
die anderen drei waren sich der sache weniger sicher, aber als wir einen entgegenkommenden weiteren hyundai getz (das modell hat sicher gute chancen auf den titel "meistgefahrenes nicht-allrad auto in australien") anhielten und nach beschaffenheit der brücke fragten, sagten uns die darin sitzenden einheimischen dass es machbar wäre und wir auf grund des regens nicht noch länger warten sollten... da waren dann auch die restlichen zweifel beseitigt und wir reihten uns ein in die riege von großen autos mit viel PS ...
die beiden PS monster vor uns haben es ohne probleme geschafft...wir fuhren unangeschnallt um im falle eines falles schnell aus dem auto zu kommen... wie gerne hätte ich das gefilmt...
ich gebe zu: ein wenig mulmig wurde mir ja schon, denn exklusive der vor mir stehenden hatte ich bis dato genau 0 (in worten "null") flussdurchquerungen auf meinem konto...aber mit ruhigem gasfuß und stetigem steuerbord lenken gegen die strömung kamen wir gut voran...
in der mitte der brücke hat das wasser mal kurz demonstriert, wie es ist, wenn mehrere tausend kubikmeter gegen ein kleines auto drücken und ich musste stärker gegenlenken...und die scheibenwischer einschalten...
aber schlussendlich: alles ging gut und unter dem applaus der umstehenden schaulustigen setzten wir jubelnd unsere fahrt fort...
nach etwa 45 minuten riss unerwartet der himmel auf und wir konnten die folgenden strände bei schönstem wetter besuchen...am besten war natürlich die tatsache dass wir fast immer die einzigen personen an diesen stränden waren... die landschaft dort war einfach herrlich...immer wieder schwer das alles in worte zu fassen... denn adjektive wie "schön", "herrlich", "traumhaft" sind nur bruchteilmäßig in der lage zu beschreiben was das auge des betrachters in diesen momenten zu sehen bekommt...
vereinzelt konnte man dann auch einem süßwasserzufluss folgen und direkt ein wenig ins hinterland wandern und nach krokodilen ausschau halten...leider haben wir keine gefunden... außer ein paar eidechsen war hier kein reptilisches leben... hier und da noch ein frosch, aber die gehören ja zu den amphibien...(ja ja...allgemeinwissensproll... is schon ok... ;-)
des weiteren breitet sich in australien die schwarze riesenschnecke scheinbar rasant aus...alle 200m wurden wir durch unübersehbare und mit anlauf ins auge springende schilder gewarnt ...aber auch diese warnung stellte sich als unhaltbar heraus... keine riesenschnecken weit und breit...nur nervige hügel auf der straße die einen immer wieder zum abbremsen zwangen...
danach war dann wieder strand angesagt...auch hier wieder weit und breit keine menschenseele... nur wir und das rauschen des meeres...
sandro hat hier ein paar kokosnüsse geknackt und mit den mädels zusammen gegessen... für mich als nicht-kokusnuss-freund zwar kulinarisch uninteressant, aber amüsant anzusehen ;-)
auf dem weiteren weg zurück nach cairns türmten sich die wolken wieder kilometerhoch an den berghängen... wir statteten noch einigen anderen stränden besuche ab, aber irgendwie wird man nach so einem trip und sovielen schönen stränden schon ein wenig verwöhnt...jeder andere würde sich über die schönheit von bspw palm cove freuen...aber wir liefen relativ unbeeindruckt am strand entlang...trotz einsetzender dunkelheit haben wir fast alle strände bis nach cairns stadtgrenze kurz besichtigt und sind dem regen mehr oder weniger davongefahren...
aber als wir dann abends wieder zurück im hostel waren, fing es kurze zeit später auch wieder an zu regnen...
fazit: diese beiden tage gehören trotz des miesen wetters definitiv zu den besten meiner bisherigen reise... frei und ungebunden mit dem mietwagen durch die gegend fahren ist so unendlich viel besser als von einem tourguide streng nach zeitplan von einem ort zum anderen gescheucht zu werden... und das dann noch in einem bus zusammengepfercht mit vielen anderen...
und bei einem selbst organisierten roadtrip gilt: die gesellschaft kann man sich ebenfalls noch aussuchen... ich muss sagen, dass ich da eine vorzügliche wahl getroffen hatte :-) es würde mich freuen wenn ich auf meiner weiteren reise nochmal auf eine/n der drei treffe...
und alle sonstigen erlebnisse wie die überflutete brücke oder die steilsten straßen der welt und das berühren der wolken machen solch einen ausflug unvergesslich...
nun hat mich der regnerische alltag wieder und ich warte darauf, dass der regen eine längere pause macht damit ich wieder ein wenig geld verdienen kann...
ich wollte zumindest mal schauen, wie weit man ohne kommt... der dauerregen hat die steigungsreichen schotterpisten mit diversen kleinen kanälen und riesigen pfützen übersäht... es war nicht immer einfach oder möglich, diese zu umfahren und so wurden die federung unseres kleinen getz sowie die unserer bandscheiben öfters mal beansprucht...nach gut 30 minuten fahrt erreichten wir folgendes schild:
die straße machte allerdings den eindruck, als ob man auch mit nur frontantrieb noch weiterkommen würde... auf grund des vorsichtigen protestes der mädels von der rückbank suchte ich dann einen platz zum wenden ;-)
nach wenigen metern und einer kurve sahen wir dann auch, warum man hier besser nur noch mit jeep und co weiterfährt...
die "straße" endete abrupt an einem fluss und ging auf der anderen seite wieder weiter... da hab dann auch ich eingesehen, dass wir hier definitiv nicht mehr weiterkommen... nachdem wir uns das ganze ein wenig angeschaut hatten und auch andere autofahrer mit normalen autos ankamen und feststellten, dass hier kein weiterkommen ist, kam aus der gegenrichtung ein asiatischer allradler...ohne zögern fuhr er durch den fluss und unter den staunenden und neidischen blicken aller anwesenden brauste er dann wieder davon...
gab dem ego des fahrers wohl einen gewaltigen schub...
auch wir machten uns dann auf nach hause...der regen wurde unterdessen nochmals stärker und ich konnte zeitweise kaum weiter als zehn meter sehen und die scheibenwischer waren mit den wassermassen mehr als überfordert...auf den steilen bergaufpassagen wollten die vorderräder öfters mal ausbrechen...da war die erfahrung der zeit als zivi in einem schneereichen deutschen mittelgebirge von vorteil beim fahren...
jeder einzelne regentropfen der auf das autodach knallte, war wie ein kleiner stich in die seele der hoffnung auf sonne...
es gab außer dem beachhouse noch einen weiteren zugang zum cape tribulation...trotz regens machten wir uns auf, diesen zu erkunden...ich habe ein schnelles foto geschossen und dann sind wir auch alle wieder ins auto geflüchtet...
ja auch hier muss ich sagen, dass es trotz der beschissenen wetterverhältnisse immernoch klasse aussah...wo wir wieder bei dem problem der bilder wären: in echt sah das wesentlich besser aus...auch ohne dass ich mir die situation schön reden muss...der urwald fällt direkt ins meer ab...das grün war wesentlich saftiger als auf diesem bild und die wolken türmten sich wieder am hang...
als nächstes auf der route zurück nach cairns folgte dieses straßenschild vor dem ich einfach posieren musste:
bleibt noch die frage zu beantworten, welches wasser schnell fließt... ganz einfach: das wasser welches über die im letzten eintrag erwähnte behelfsbrücke fließt...ja, ÜBER die brücke... weil diese direkt über dem wasserspiegel gebaut wurde...zahlreiche schaulustige haben sich schon auf der neugebauten aber durch baufahrzeuge blockierten brücke eingefunden und betrachteten teils fasziniert, teils verärgert die eindrucksvolle demonstration der naturgewalten...
einzig ein paar jeeps und lastwagen waren in der lage, zum zeitpunkt der aufnahmen die "brücke" zu passieren
nach etwa einer guten stunde des wartens wird einem mal wieder bewusst, wie hilflos man doch mit seinen ipods, laptops, smartphones und sonstigen technischen spielereien abseits der zivilisation ist...es gibt halt leider keine "wasserstop-app" oder einen 24 stunden kundennotruf der mal schnell den wasserhahn abdreht...
glücklicherweise fiel der wasserstand dank einer regenpause und irgendwann war er dann bei knappen 30 cm angekommen und der regen setzte wieder ein... ein mutiger autofahrer der ebenfalls einen kleinen hyundai getz fuhr, fasste sich ein herz und versuchte mit viel anlauf durchs wasser zu fahren... es sah abenteuerlich aus aber er erreichte die andere seite unbeschadet...
da der regen stärker wurde, konnte ich mich mehr oder weniger durchsetzen und wir liefen zurück zum auto um ebenfalls die über- oder besser durchquerung zu wagen...
die anderen drei waren sich der sache weniger sicher, aber als wir einen entgegenkommenden weiteren hyundai getz (das modell hat sicher gute chancen auf den titel "meistgefahrenes nicht-allrad auto in australien") anhielten und nach beschaffenheit der brücke fragten, sagten uns die darin sitzenden einheimischen dass es machbar wäre und wir auf grund des regens nicht noch länger warten sollten... da waren dann auch die restlichen zweifel beseitigt und wir reihten uns ein in die riege von großen autos mit viel PS ...
die beiden PS monster vor uns haben es ohne probleme geschafft...wir fuhren unangeschnallt um im falle eines falles schnell aus dem auto zu kommen... wie gerne hätte ich das gefilmt...
ich gebe zu: ein wenig mulmig wurde mir ja schon, denn exklusive der vor mir stehenden hatte ich bis dato genau 0 (in worten "null") flussdurchquerungen auf meinem konto...aber mit ruhigem gasfuß und stetigem steuerbord lenken gegen die strömung kamen wir gut voran...
in der mitte der brücke hat das wasser mal kurz demonstriert, wie es ist, wenn mehrere tausend kubikmeter gegen ein kleines auto drücken und ich musste stärker gegenlenken...und die scheibenwischer einschalten...
aber schlussendlich: alles ging gut und unter dem applaus der umstehenden schaulustigen setzten wir jubelnd unsere fahrt fort...
nach etwa 45 minuten riss unerwartet der himmel auf und wir konnten die folgenden strände bei schönstem wetter besuchen...am besten war natürlich die tatsache dass wir fast immer die einzigen personen an diesen stränden waren... die landschaft dort war einfach herrlich...immer wieder schwer das alles in worte zu fassen... denn adjektive wie "schön", "herrlich", "traumhaft" sind nur bruchteilmäßig in der lage zu beschreiben was das auge des betrachters in diesen momenten zu sehen bekommt...
vereinzelt konnte man dann auch einem süßwasserzufluss folgen und direkt ein wenig ins hinterland wandern und nach krokodilen ausschau halten...leider haben wir keine gefunden... außer ein paar eidechsen war hier kein reptilisches leben... hier und da noch ein frosch, aber die gehören ja zu den amphibien...(ja ja...allgemeinwissensproll... is schon ok... ;-)
des weiteren breitet sich in australien die schwarze riesenschnecke scheinbar rasant aus...alle 200m wurden wir durch unübersehbare und mit anlauf ins auge springende schilder gewarnt ...aber auch diese warnung stellte sich als unhaltbar heraus... keine riesenschnecken weit und breit...nur nervige hügel auf der straße die einen immer wieder zum abbremsen zwangen...
danach war dann wieder strand angesagt...auch hier wieder weit und breit keine menschenseele... nur wir und das rauschen des meeres...
sandro hat hier ein paar kokosnüsse geknackt und mit den mädels zusammen gegessen... für mich als nicht-kokusnuss-freund zwar kulinarisch uninteressant, aber amüsant anzusehen ;-)
auf dem weiteren weg zurück nach cairns türmten sich die wolken wieder kilometerhoch an den berghängen... wir statteten noch einigen anderen stränden besuche ab, aber irgendwie wird man nach so einem trip und sovielen schönen stränden schon ein wenig verwöhnt...jeder andere würde sich über die schönheit von bspw palm cove freuen...aber wir liefen relativ unbeeindruckt am strand entlang...trotz einsetzender dunkelheit haben wir fast alle strände bis nach cairns stadtgrenze kurz besichtigt und sind dem regen mehr oder weniger davongefahren...
aber als wir dann abends wieder zurück im hostel waren, fing es kurze zeit später auch wieder an zu regnen...
fazit: diese beiden tage gehören trotz des miesen wetters definitiv zu den besten meiner bisherigen reise... frei und ungebunden mit dem mietwagen durch die gegend fahren ist so unendlich viel besser als von einem tourguide streng nach zeitplan von einem ort zum anderen gescheucht zu werden... und das dann noch in einem bus zusammengepfercht mit vielen anderen...
und bei einem selbst organisierten roadtrip gilt: die gesellschaft kann man sich ebenfalls noch aussuchen... ich muss sagen, dass ich da eine vorzügliche wahl getroffen hatte :-) es würde mich freuen wenn ich auf meiner weiteren reise nochmal auf eine/n der drei treffe...
und alle sonstigen erlebnisse wie die überflutete brücke oder die steilsten straßen der welt und das berühren der wolken machen solch einen ausflug unvergesslich...
nun hat mich der regnerische alltag wieder und ich warte darauf, dass der regen eine längere pause macht damit ich wieder ein wenig geld verdienen kann...
Mittwoch, 10. November 2010
mana
die busfahrt nach nadi war ebenfalls wieder ein erlebnis...der bus kroch wieder mit 5km/h berge hinauf...nur um später dann den hang mit 110 hinabzurasen...verkehrsregeln dienen auch meist nur der orientierung...und man bekommt schnell eine windschnittige frisur wenn man sich aus dem fenster lehnt...
in nadi angekommen, bemühten sich gleich drei taxifahrer um die vier leicht zu erspähenden rucksackreisenden welche ganz alleine auf dem busbahnhof standen... jeder der taxifahrer wollte 8$ dafür dass er jeweils einen von uns ins hostel fährt...denn natürlich passt mit dem gepäck immer nur eine person ins taxi...
nach kurzer zeit sprach uns der besitzer eines pick ups an...er bot uns ebenfalls an uns zum hostel zu fahren...alle auf der ladefläche für 8$...wir willigten ein, luden unser zeug auf und sprangen ebenfalls auf die ladefläche...dort fanden wir noch zwei bänke und eine bassbox...für sitzkomfort und musikalische unterhaltung war also gesorgt...auch der fahrer des pick ups schien sich eher wenig für verkehrsregeln zu interessieren...immerhin kamen wir so zügig durch den abendlichen stadtverkehr...
wieder in nadi im bamboo hostel angekommen, bemühte sich samu direkt darum, uns das "sparpaket" für die insel mana zu beschaffen...man zahlt für drei nächte und bekommt die vierte umsonst... alle speisen sind inbegriffen...man muss sich nur was zu trinken mitnehmen denn die preise für wasser und sonstige getränke sind sehr sehr hoch auf den inseln...und das wasser aus dem wasserhahn dort ist nicht gefiltert...insofern nicht trinkbar...viele bekannte gesichter waren noch im bamboo vertreten...wiedersehn macht halt freude...
in ganz fiji wurde am 5.11. das lichterfest gefeiert, überall hingen lichterketten und die menschen verschossen kiloweise feuerwerk...in fast jedem hostel gab es zur belustigung der touristen eine show mit feuertänzern...

shannon, nathan (zwei australier die uns im bus begleitet hatten und im nachbarhostel abgestiegen sind), laura und ich saßen am strand und beobachteten eine der feuertanzshows...nach deren ende mussten wir vier dann noch selbst mittanzen weil das "publikum" eine zugabe verlangt hatte... nach fünf minunten rhythmischer sportgymnastik wurden wir dann mit applaus entlassen...nathan war müde und ging ins bett, shannon kam noch mit zu uns auf eine runde cava...gegen viertel vor eins war für mich der tag gelaufen und ich ging ins bett...
der 6.11. begann "früh" wie immer um 8 uhr wenn die sonne den schlafsaal wieder aufgeheizt hat...laura und ich sind noch schnell in den getränkeladen gelaufen und haben wasser für die reise gekauft... um 9:45 wurden wir abgeholt und um 10:30 waren wir auf dem speedboot nach mana...vor der westküste von fiji liegen jede menge kleinerer inseln und auf fast jeder davon steht mindestens ein hostel oder hotel... nach einem unterwegshalt erreichten wir dann schließlich mana... eine der fast schon größeren inseln mit zwei backpackerhostels auf der einen und zwei luxushotels auf der anderen seite der insel...
hier lebt man richtig gemütlich...terrasse direkt am meer...strom und internet nur an wenigen stunden am tag und wie überall: fijitime... eile mit weile...
die landschaft hier ist ebenfalls traumhaft...zwar weniger palmen als am beachhouse, aber der strand und die lagune sind top...
direkt an der rezeption hab ich dann auch wieder erika vom beachhouse getroffen, sie kam von einer der anderen inseln und wird nun ebenfalls ein paar tage hier bleiben...den nachmittag über lag ich eine gute stunde faul am strand, war schwimmen und danach bin ich mal schnell auf die andere seite der insel gewandert...das luxusressort liegt gute 15 gehminuten entfernt und hat ebenfalls einen sehr schönen strand zu bieten...etwas felsiger aber immernoch hübsch anzusehn...ebenfalls zum netten gesamtbild beitrage können die anderen inseln die man überall vom strand aus sehen kann...
das mittagessen waren sandwiches mit rindfleisch welches die konsistenz einer schuhsohle hatte und pommes die kalt waren...schonmal ein erster dämpfer für das "alle mahlzeiten mit drin paket"...
ich investiere aktuell grad ein paar minuten kostbare akkulaufzeit zum schreiben dieser zeilen...später werd ich noch ein wenig sportlich sein und evtl ein kayak mieten ... oder einfach wieder nur nichts tun ... habe mich dann fürs kayak fahren entschieden... im nachhinnein stellte sich dann raus, dass das all-inclusive paket mit dem essen sinnlos war...das abendessen was groß als "grillabend" angekündigt war, war eine katastrophe... die lammkeule durchwachsen und kalt...die kartoffeln ebenfalls kalt und die bratwurst naja...einzig der salat konnte ein wenig überzeugen... mit viel ketchup schmeckt alles irgendwann...
tag zwei habe ich recht locker angehn gelassen...mir ist das buch "das bildnis des dorian gray" in die hände gefallen...zwischen schlafen und essen kann ich also nun also immer mal wieder ein paar seiten lesen...nachmittags habe ich mich dann aufgemacht, die insel zu erkunden und den aussichtspunkt im norden der insel zu finden...
die einheimischen auf der insel leben wirklich in den allereinfachsten verhältnissen...holzhütten mit strohdach drüber, seltener mit fenstern...das dient hier als behausung...ich bezweifle dass sie fließendes wasser haben...strom ist vorhanden aber offenes feuer brennt in vielen dieser hütten sobald es dunkel wird...überall trifft man auf wilde müllkippen auf denen die überreste der vertreter der sogenannten zivilisierten welt zu finden sind...champagner- und weinflaschen...bier- und schnapsflaschen...und viele weitere verpackungen von konsumprodukten der westlichen welt die hier als purer luxus gelten dürften...vielleicht sollte ich mir die bilder mal wieder ansehn wenn ich mich in der heimat drüber aufrege, dass die internetverbindung zu schlecht ist oder nix gescheites im fernsehn kommt...
nach knapp 15 minuten war ich am flughafen...ja, flughafen...eine einfache schotterpiste auf der insel...wenige minuten später war ich dann im wald, aber die wegweiser hörten irgendwann auf und ich fand erstmal nur den sunset beach von dem man eine sehr gute sicht auf den sonnenuntergang haben sollte...der erste sonnenuntergang auf mana war der erste sonnenuntergang den ich sehen konnte, bei dem die sonne im meer versinkt... und nicht wie bisher immer von wolken verdeckt wird bevor sie den horizont erreicht...sieht echt geil aus...soviel romantik hätte ich mir nicht zugetraut ;-)
um 19:34 war sie dann verschwunden und nur noch der rot leuchtende himmel gab einen hinweis auf gelbe scheibe die nun etwas später in westeuropa aufgehen sollte...
zurück zum aussichtspunkt: nachdem ich eine weitere müllkippe gefunden hatte, kam ich irgendwann auf dem hügel an und genoss die weitsicht:
den rest des tages habe ich mit lesen verbracht...bis das abendessen serviert wurde: steak mit kartoffeln und salat... es war auch wieder hart an der grenze zu blutig...aber insgesamt war es besser als am abend zuvor... die "animateure" der anstalt versuchten uns abends mit trinkspielen dazu zu bringen, mehr vom teuren bier zu kaufen...ich hab mich dann einiger zeit
zusammen mit ein paar anderen ausgeklinkt und wir haben einfach nur karten gespielt...später als der spieleabend beendet war und wahrscheinlich weitaus weniger gekauft wurde, als erhofft, habe ich dann mit ein paar engländern und ein paar schwedinnen auf ein bier an den strand gesetzt...nachdem wir irgendwie die zeit vergessen hatten und es auf einmal drei uhr morgens war, beschlossen wir, noch den sonnenaufgang abzuwarten...gegen vier uhr morgens sind die engländer und eine der beiden verbliebenen schwedinnen schlafen gegangen und gegen sechs uhr morgens wurde es hell, aber die sonne war hinter den bergen und den wolken versteckt, also sind meinereiner und die letzte schwedin auch zurück in den schlafsaal gegangen... auf dem weg dahin habe ich es noch geschafft, zielsicher die einzige große koralle am strand zu finden und meinen mittleren zeh des linken fußes daran zu stoßen...er leuchtete dann in einem schönen blau-rot und tat ziemlich weh...
in nadi angekommen, bemühten sich gleich drei taxifahrer um die vier leicht zu erspähenden rucksackreisenden welche ganz alleine auf dem busbahnhof standen... jeder der taxifahrer wollte 8$ dafür dass er jeweils einen von uns ins hostel fährt...denn natürlich passt mit dem gepäck immer nur eine person ins taxi...
nach kurzer zeit sprach uns der besitzer eines pick ups an...er bot uns ebenfalls an uns zum hostel zu fahren...alle auf der ladefläche für 8$...wir willigten ein, luden unser zeug auf und sprangen ebenfalls auf die ladefläche...dort fanden wir noch zwei bänke und eine bassbox...für sitzkomfort und musikalische unterhaltung war also gesorgt...auch der fahrer des pick ups schien sich eher wenig für verkehrsregeln zu interessieren...immerhin kamen wir so zügig durch den abendlichen stadtverkehr...
wieder in nadi im bamboo hostel angekommen, bemühte sich samu direkt darum, uns das "sparpaket" für die insel mana zu beschaffen...man zahlt für drei nächte und bekommt die vierte umsonst... alle speisen sind inbegriffen...man muss sich nur was zu trinken mitnehmen denn die preise für wasser und sonstige getränke sind sehr sehr hoch auf den inseln...und das wasser aus dem wasserhahn dort ist nicht gefiltert...insofern nicht trinkbar...viele bekannte gesichter waren noch im bamboo vertreten...wiedersehn macht halt freude...
in ganz fiji wurde am 5.11. das lichterfest gefeiert, überall hingen lichterketten und die menschen verschossen kiloweise feuerwerk...in fast jedem hostel gab es zur belustigung der touristen eine show mit feuertänzern...
shannon, nathan (zwei australier die uns im bus begleitet hatten und im nachbarhostel abgestiegen sind), laura und ich saßen am strand und beobachteten eine der feuertanzshows...nach deren ende mussten wir vier dann noch selbst mittanzen weil das "publikum" eine zugabe verlangt hatte... nach fünf minunten rhythmischer sportgymnastik wurden wir dann mit applaus entlassen...nathan war müde und ging ins bett, shannon kam noch mit zu uns auf eine runde cava...gegen viertel vor eins war für mich der tag gelaufen und ich ging ins bett...
der 6.11. begann "früh" wie immer um 8 uhr wenn die sonne den schlafsaal wieder aufgeheizt hat...laura und ich sind noch schnell in den getränkeladen gelaufen und haben wasser für die reise gekauft... um 9:45 wurden wir abgeholt und um 10:30 waren wir auf dem speedboot nach mana...vor der westküste von fiji liegen jede menge kleinerer inseln und auf fast jeder davon steht mindestens ein hostel oder hotel... nach einem unterwegshalt erreichten wir dann schließlich mana... eine der fast schon größeren inseln mit zwei backpackerhostels auf der einen und zwei luxushotels auf der anderen seite der insel...
hier lebt man richtig gemütlich...terrasse direkt am meer...strom und internet nur an wenigen stunden am tag und wie überall: fijitime... eile mit weile...
die landschaft hier ist ebenfalls traumhaft...zwar weniger palmen als am beachhouse, aber der strand und die lagune sind top...
direkt an der rezeption hab ich dann auch wieder erika vom beachhouse getroffen, sie kam von einer der anderen inseln und wird nun ebenfalls ein paar tage hier bleiben...den nachmittag über lag ich eine gute stunde faul am strand, war schwimmen und danach bin ich mal schnell auf die andere seite der insel gewandert...das luxusressort liegt gute 15 gehminuten entfernt und hat ebenfalls einen sehr schönen strand zu bieten...etwas felsiger aber immernoch hübsch anzusehn...ebenfalls zum netten gesamtbild beitrage können die anderen inseln die man überall vom strand aus sehen kann...
das mittagessen waren sandwiches mit rindfleisch welches die konsistenz einer schuhsohle hatte und pommes die kalt waren...schonmal ein erster dämpfer für das "alle mahlzeiten mit drin paket"...
ich investiere aktuell grad ein paar minuten kostbare akkulaufzeit zum schreiben dieser zeilen...später werd ich noch ein wenig sportlich sein und evtl ein kayak mieten ... oder einfach wieder nur nichts tun ... habe mich dann fürs kayak fahren entschieden... im nachhinnein stellte sich dann raus, dass das all-inclusive paket mit dem essen sinnlos war...das abendessen was groß als "grillabend" angekündigt war, war eine katastrophe... die lammkeule durchwachsen und kalt...die kartoffeln ebenfalls kalt und die bratwurst naja...einzig der salat konnte ein wenig überzeugen... mit viel ketchup schmeckt alles irgendwann...
tag zwei habe ich recht locker angehn gelassen...mir ist das buch "das bildnis des dorian gray" in die hände gefallen...zwischen schlafen und essen kann ich also nun also immer mal wieder ein paar seiten lesen...nachmittags habe ich mich dann aufgemacht, die insel zu erkunden und den aussichtspunkt im norden der insel zu finden...
die einheimischen auf der insel leben wirklich in den allereinfachsten verhältnissen...holzhütten mit strohdach drüber, seltener mit fenstern...das dient hier als behausung...ich bezweifle dass sie fließendes wasser haben...strom ist vorhanden aber offenes feuer brennt in vielen dieser hütten sobald es dunkel wird...überall trifft man auf wilde müllkippen auf denen die überreste der vertreter der sogenannten zivilisierten welt zu finden sind...champagner- und weinflaschen...bier- und schnapsflaschen...und viele weitere verpackungen von konsumprodukten der westlichen welt die hier als purer luxus gelten dürften...vielleicht sollte ich mir die bilder mal wieder ansehn wenn ich mich in der heimat drüber aufrege, dass die internetverbindung zu schlecht ist oder nix gescheites im fernsehn kommt...
nach knapp 15 minuten war ich am flughafen...ja, flughafen...eine einfache schotterpiste auf der insel...wenige minuten später war ich dann im wald, aber die wegweiser hörten irgendwann auf und ich fand erstmal nur den sunset beach von dem man eine sehr gute sicht auf den sonnenuntergang haben sollte...der erste sonnenuntergang auf mana war der erste sonnenuntergang den ich sehen konnte, bei dem die sonne im meer versinkt... und nicht wie bisher immer von wolken verdeckt wird bevor sie den horizont erreicht...sieht echt geil aus...soviel romantik hätte ich mir nicht zugetraut ;-)
um 19:34 war sie dann verschwunden und nur noch der rot leuchtende himmel gab einen hinweis auf gelbe scheibe die nun etwas später in westeuropa aufgehen sollte...
zurück zum aussichtspunkt: nachdem ich eine weitere müllkippe gefunden hatte, kam ich irgendwann auf dem hügel an und genoss die weitsicht:
den rest des tages habe ich mit lesen verbracht...bis das abendessen serviert wurde: steak mit kartoffeln und salat... es war auch wieder hart an der grenze zu blutig...aber insgesamt war es besser als am abend zuvor... die "animateure" der anstalt versuchten uns abends mit trinkspielen dazu zu bringen, mehr vom teuren bier zu kaufen...ich hab mich dann einiger zeit
zusammen mit ein paar anderen ausgeklinkt und wir haben einfach nur karten gespielt...später als der spieleabend beendet war und wahrscheinlich weitaus weniger gekauft wurde, als erhofft, habe ich dann mit ein paar engländern und ein paar schwedinnen auf ein bier an den strand gesetzt...nachdem wir irgendwie die zeit vergessen hatten und es auf einmal drei uhr morgens war, beschlossen wir, noch den sonnenaufgang abzuwarten...gegen vier uhr morgens sind die engländer und eine der beiden verbliebenen schwedinnen schlafen gegangen und gegen sechs uhr morgens wurde es hell, aber die sonne war hinter den bergen und den wolken versteckt, also sind meinereiner und die letzte schwedin auch zurück in den schlafsaal gegangen... auf dem weg dahin habe ich es noch geschafft, zielsicher die einzige große koralle am strand zu finden und meinen mittleren zeh des linken fußes daran zu stoßen...er leuchtete dann in einem schönen blau-rot und tat ziemlich weh...
Freitag, 5. November 2010
strandhaus
ich bin sehr froh dass mein plan aufgegangen ist und ich abseits der touristenfestungen die interessantesten leute kennengelernt habe bisher...ich habe kontakt zu den einheimischen und weiß wo es das billigste bier und den besten toast gibt...
und jedesmal wenn ich an den ressorts vorbeispaziere, freu ich mich von neuem drüber, dass mein horizont nicht an der zwei meter hohen mauer aufhört...auch wenn ich dafür auf den traumstrand verzichten muss...
tag zwei habe ich ebenfalls recht gechillt angehen lassen...man wird zwangsläufig gegen 8 wach weil es dann langsam gegen 30° geht...in bisher 2 nächten wurde ich 18 mal gestochen...das anti-mücken-spray hilft einfach mal überhaupt nicht...
ich war dann nochmal im getränkeladen um die ecke (10 minuten durch palmenwälder laufen) bier und toast kaufen weil mein heineken im kühlschrank ganz nach unten gerutscht ist und ich es dann mehr oder weniger lutschen konnte...besagter getränkeladen stellt die grundversorgung für den außenbezirk von nadi dar...und liegt mehr oder weniger allein auf weiter flur...
und ich hab extra noch gefragt "gefriert es unten in der truhe?" ... klar war die antwort "nein...nie"...
den rest des tages habe ich mit ein wenig beachvolleyball verbracht...habe mit den babykatzen gespielt...deren katzenmutter ist übrigens die geborene killerin...sie verjagt JEDEN streunenden hund...und die haben entweder ein schlechtes kurzzeitgedächtnis oder sind einfach nur blöd und kommen immer wieder zurück...und es endet immer damit dass sie mit eingezogenem schwanz das gelände verlassen...
na johni, wirst du net auch weich bei so knuffigen katzenbabys? ;-)
mein plan wäre eigentlich gewesen, an der südküste der hauptinsel entlangzureisen und dann auf die nachbarinsel überzusetzen, es gibt dort eine übernachtfähre...
ok ich sollte besser sagen "es gab" ... denn am tag bevor ich los wollte, wurde bekannt dass eben diese fähre kaputt war... und nach neuseeland zur reparatur geschleppt wird... die ersatzfähre legt nur einmal pro woche ab...also entweder nen flug für 500$ hin und zurück buchen oder pläne ändern...im hinblick auf die finanzielle situation entschloss ich mich, meine pläne zu ändern und mal 3 nächte im beachhouse zu buchen, was an der südspitze der insel liegt... die bilder davon sahen zumindest richtig traumhaft aus... samu war dann relativ glücklich, irgendwas buchen zu können und wollte dann direkt ne anzahlung haben... da die jungs dort ja keine kreditkarte nehmen, bin ich zähneknirschend nochmal zum geldautomaten und habe geld abgehoben...
am selben abend gab es dann "lovo"...ein traditioneller fijianischer grillabend... läuft wie folgt ab: man schichtet holz auf, ganz oben legt man steine drauf...dann wird nachmittags das holz angezündet und es brennt ab...irgendwann fallen dann die steine nach unten in die glut und sind eh schon gut erhitzt... wenn alles holz weg ist, werden dann die auseinandergezogen, in die mitte wird ein kleines loch gegraben, dort hinein kommen fisch, hähnchen, fijianische süßkartoffeln und blätter einer pflanze deren namen ich vergessen habe...darauf kommen dann wieder die steine und das ganze wird dann wieder 4 stunden etwa sich selbst überlassen bevor es wieder ausgegraben und serviert wird...
der geschmack war sensationell gut...vor allem die kartoffeln und die blätter dieser pflanze waren klasse...hähnchen und fisch natürlich auch...
am nächsten tag wollte ich dann den 13 uhr bus richtung osten nehmen...es gibt momente, da nervt die fijitime (dieses lässige gehabe) einfach, vor allem wenn man irgendwo hin möchte und auf die mehrfach wiederholte frage "kommt denn ein bus? ich muss dann und dann an dieser stelle sein" nur ein "jaja, natürlich" bekommt... und eine halbe stunde bevor man dann am zentralen busbahnhof sein soll, stellt sich raus, dass doch kein bus mehr kommt... zwar haben es die jungs dann geschafft mir noch den fahrservice des hostels zu organisieren, aber ja...solcher stress ist einfach unnötig...wenn man in euro rechnet, sind die preise vernachlässigbar...trotzdem nervt es...
geschafft hab ich es trotzdem noch und diese busfahrt war ein erlebnis...ich war die einzige weiße person an diesem busbahnhof...alles andere einheimische...der bus war noch älter als der in malaysia, hatte keine scheiben, ab und an mal ein stück plastik was gegen den regen schützen sollte
und die 150 km fahrt kostete 4 euro... und zum thema komfort: naja...sagen wir es mal so: faulheit wäre, mit einem cocktailshaker in diesen bus einzusteigen und einige minuten über die landstraßen von fiji zu heizen...das wäre der beste geschüttelte cocktail der welt...
obwohl es ein expressbus war, hielt er unterwegs an jeder milchkanne und sogar für leute die an der straße standen und gewunken haben...gute zwei stunden später war ich dann an der einfahrt meines hostels angekommen..."the beachhouse"... es hatte natürlich auch strandhauscharakter, lag mitten im nirgendwo in einem palmenwald...die angrenzende lagune repräsentiert den südseetraum schlechthin...fast weißer sandstrand, türkisblaues wasser, palmen, sonne...und das beste: es ist nebensaison...insgesamt sind dort nur knapp 25 gäste (von 250 möglichen) und ich habe auch direkt wieder zwei tschechen getroffen, die mit mir in nadi im bamboo hostel waren... nach kurzer zeit am strand wurde ich auch wieder auf meine bändchen angesprochen...erika und anne, zwei mädels aus deutschland, haben die bändchen direkt erkannt... letztere reist mit nur einem handtuch und den kleidern die sie am körper hat, denn ihr gepäck reist ohne sie um die welt... bzw sie hatte es in los angeles ins büro der fluggesellschaft gestellt und als sie zurückkam, war das büro geschlossen...(sie hat es aber einen tag vor ihrer abreise wieder bekommen)
wir waren dann alle erstmal damit beschäftigt, bilder zu machen...die kulisse lädt einen förmlich dazu ein, millionen bilder zu machen...
abends gab es dann noch eine runde killerpool...eine im pazifischen raum scheinbar verbreitete art mit mehreren leuten auf einmal billard zu spielen: jeder hat drei leben und reihum wird versucht irgendeine kugel zu versenken... wenn man keine kugel oder die weiße versenkt, verliert man ein leben... nach drei runden stehen drei finalisten fest die eine finalrunde spielen...gleiche regeln...ich hatte es ins finale geschafft und musste mich dann nur dem barkeeper des hauses geschlagen geben...die jungs dort spielen den ganzen tag nichts anderes, entsprechend gut war er...die arbeitshaltung ist etwas lässiger als daheim...
mein mitbewohner für die drei nächte war rhys, ein australischer surfer wie er im buche steht: immer ein grinsen im gesicht, äußerst freundlich, wuschiges dunkelblondes haar...morgens um 7 schon auf dem surfbrett...mit ihm, den deutschen mädels, den tschechen und wallace und niamh, einem irischen pärchen hab ich die meiste zeit dort verbracht... wir waren auch mit die einzigen unter 40 dort...
hier einige bilder vom strand: perfektes südseefeeling...
hier von links nach rechts: meinereiner, erika, bibi, andrew, anne...
die schaukel am strand war ein sehr verlockendes spielzeug und fotomotiv...warum ich grad in dem moment so ne fresse ziehe weiß ich auch nicht...
ein ebenfalls oft umgesetztes fotomotiv war die palme am strand die weit nach unten hing...sitzkomfort ist durchaus verbesserungswürdig...aber egal...angesichts des umfeldes kann man da ausnahmsweise mal drauf verzichten...
am frühen morgen sieht es wie folgt aus: ruhig und friedlich...
diesen ausblick genießt man aus der hängematte :-)
und so geht die sonne unter...traumhaft...
bei diesen anblicken habe ich auch erstmal wieder ein paar minuten gebraucht um zu realisieren dass ich nun fast 22000km gereist bin...beim blick nach links schaue ich auf die datumsgrenze, welche nur wenige 100km entfernt verläuft, quasi ins gestern und ich zitiere mal einen meiner lieblingsfilme: "fiji, you can´t get any further away before you start coming back"
... mit anderen worten "wenn man noch weiter reisen würde, wäre man schon wieder auf dem rückweg" ... faszinierend...
an dieser stelle auch nochmal vielen dank an erika für die bilder :-) (c) bild 5,6,7 e.spengler
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