sophisticated wie ich bin, streue ich mal ein wenig italienisch mit ein ;-) ... tag drei auf mana habe ich mit kultiviertem dolce far niente verbracht: nur mit faul in der sonne liegen, fuß schonen, schlafen, essen, gelegentlichem baden UND lesen eines klassikers der literaturgeschichte...
es gibt einen berg auf der insel, von dem aus man den sonnenaufgang sehr gut sehen soll...so sagen es zumindest die einheimischen... daraufhin entschlossen die schwedinnen, engländer und meinereiner, die sache mit dem sonnenaufgang dann am nächsten morgen wieder zu versuchen...man hat ja schließlich nicht so oft die chance, einen sonnenaufgang auf fiji zu sehen...den abend haben wir einmal mehr mit kava und den einheimischen verbracht...als wir dann so ins gespräch kamen, erklärte sich einer spontan bereit, uns früh morgens den weg auf den gipfel zu zeigen...als er sagte, dass wir um 5:30 auf der terrasse sein sollten, hatten die engländer spontan keine lust mehr, da sie am gleichen tag abreisten...ok...man konnte ja schließlich auch nicht ahnen, dass die sonne morgens aufgeht...
tag vier begann dann gegen 5:15 am morgen (und ja, eigentlich mache ich ja grad urlaub...) als mich eine der schwedinnen (julia) aus dem schlaf rüttelte...15 minuten später waren wir (vier schwedinnen und ich) pünktlich auf der terrasse und warteten...und warteten...außer den hunden war niemand zu sehen und das kollektive schnarchen aus dem schlafsaal war -neben dem rauschen der wellen- das einzige geräusch welches die stille der nacht durchdrang... naja... fijitime bestimmt auch am frühen morgen den lebensrhythmus und um viertel vor sechs war dann unser führer endlich da (jajaja...ich bin mir der brisanz des wortes "führer" durchaus bewusst...das nazometer schlägt bei einigen sicher wieder weit in den roten bereich...aber egal)...
ohne weitere große worte machten wir uns auf den weg...direkt durchs noch tief schlafende dorf, begleitet wurden wir noch von den hunden des hostels...und je weiter wir von unserem domizil entfernt waren, desto einfacher wurden die behausungen...man sah gemauerte bauruinen von projekten, die mittendrin abgebrochen wurden und reste von früheren versuchen, die insel touristisch zu erschließen...
auf halben weg mitten im hang befand sich das generatorhaus welches mit zwei dieselaggregaten das dorf mit strom versorgt...und oben auf dem berg angekommen, sahen wir schon direkt wieder die imposante und gleichzeitig verschleiernde wand aus wolken, die sich dort erstreckte wo die sonne aufgehen sollte...es wurde langsam heller und heller, der himmel an besagter stelle wurde rot, orange, grau und dann blau...schließlich um 6:48 schob sich die sonne hinter den wolken hervor...frei nach peter fox: "...wird langsam schwarz zu blau..."
kurze zeit später sind wir dann auch schon wieder zurückgelaufen und waren pünktlich zum frühstück um 7:15 wieder im hostel...höchstwahrscheinlich war in der geschichte des hostels noch nie ein backpacker so früh wie wir zum frühstück erschienen...wir waren bei weitem die ersten am buffet und das personal war überrascht von unserer präsenz und wuselte aufgeregt durch die gegend...
nach dem essen sind wir auch alle auf direktem wege wieder ins bett... gegen 11 uhr weilte ich abermals unter den wachen und habe dann das buch an diesem tag zuende gelesen...in der mitte hat es so seine phasen in denen man denkt "laber net und komm zum punkt" aber alles in allem doch ein sehr gutes buch mit einigen überraschungen...
und sonst hab ich auch nur in der sonne gelegen...unterbrochen von gelegentlichen abkühlungen im meer...wobei auf grund der badewassertemperatur das wort "abkühlung" nicht wirklich den kern der sache trifft..."salzhaltige befeuchtung" wäre passender...
abends gab es dann die internationalen inselspiele...verschiedene teams oder auch einzelpersonen traten in verschiedenen wettbewerben gegeneinander an... disziplin nummer eins war limbo...gold und silber gingen hier an finnland, bronze nach fiji...
deutschland musste sich mit den plätzen fünf (laura) und sechs (ich) zufrieden geben...disziplin nummer zwei war "bottlebattle"... kampf der flaschen... dabei lag eine flasche auf dem boden und eine andere wurde an einer schnur um die hüfte gebunden und baumelte zwischen den beinen...mit dieser sollte man nun die auf dem boden liegende flasche über eine gewisse distanz bewegen... die sichtlich begeisterten zuschauer erlebten ein feuerwerk an erotisierenden hüftschwüngen...das team bestehend aus canada, australien und deutschland (ich) konnte einen überragenden sieg einfahren...silber ging an das team aus schweden/finnland und bronze an das team australien/canada/fiji ...
disziplin drei war "balloonbattle" ...kampf der luftballons...die gemischten teams mussten vier luftballons möglichst schnell zum platzen bringen...der männliche part steht bei ballon eins und die frau muss gegen ihn rennen...für ballon zwei sitzt der mann und die frau springt samt ballon auf seinen schoß, für ballon drei hält der mann seinen allerwertesten bereit und die frau rennt samt ballon dagegen und für ballon vier liegt der mann auf einer matratze und die frau springt samt ballon auf ihn...
gold ging an team england, silber an team england/schweden und bronze an team deutschland (meinereiner) / schweden (die zuvor erwähnte julia)
die letzte disziplin war "sand/wasser springen" ... eine linie auf dem boden markierte die imaginäre grenze zwischen dem imaginären ozean und dem imaginären strand... und alle beteiligten mussten anhand der befehle des schiedsrichters auf die jeweils richtige seite springen... oder stehenbleiben... gold ging hierbei sensationell an deutschland (ich), silber an england und bronze nach südafrika... alles in allem ein sehr lustiger abend mit vielen freigetränken...erstens wegen dem deutschen medaillenregen und zweitens weil das personal an diesem abend ebenfalls trinken durfte und nach einigen bieren bereitwillig getränke ausgab...
auf dem folgenden bild präsentieren sich johanna, jonathan, meinereiner und julia...
und irgendwie kam es dann auch zu spontanem haarwuchs bei mir...fast wie früher als ich noch lange haare hatte...
irgendwie hatte ich es dann zu sehr später stunde geschafft, mit johanna ins benachbarte hostel zu laufen, dort der kava zeremonie beizuwohnen, uns mit dem dortigen personal anzufreunden und dann bis 6 uhr morgens wachzubleiben...
daraus resultierend habe ich dann das frühstück verpennt und musste mich mit einem durchaus schmackhaften aber nicht wirklich sättigenden kitkat zufriedengeben...um 12 uhr mittags dann nahm ich das boot richtung hauptinsel...der kapitän meinte schon als ich an bord ging dass die see heute ein "wenig rauh" sei... mit mir an bord vier kanadier die ebenfalls im hostel waren und deren verbrachte zeit im fitnessstudio in umgekehrt proportionalem verhältnis zur zeit in der schule steht... ihre gespräche drehten sich darum, wen sie alles flachgelegt haben, wie klein und unbedeutend doch europa ist und wieviel sie gesoffen haben... ego und dummheit rangierten irgendwo zwischen "groß" und "verdammt groß" und hielten sich in etwa die waage...hätten sie nicht gesagt, dass sie kanadier sind so hätte ich sie für us-amerikaner gehalten...die kurze zeit im hostel verbrachten sie damit, möglichst gut auszusehen und andauernd liegestütze ganz zufällig vor den betten der damen zu machen ...
nach 15 minuten schaukeliger fahrt etwa verabschiedete sich einer der beiden außenbordmotoren des kleinen speedbootes und die personalunion in persona kofferträger / erste offizier / techniker versuchte noch während der fahrt den motor zu reparieren...aber erfolglos...die kanadier wurden dann auf ein anderes boot verfrachtet und dann wurde ich noch gefragt, ob ich heute einen flug erwischen muss...da wurde mir dann klar dass es auf der rückfahrt ein wenig länger dauern wird...
zum thema "rauhe see": wenn man seinen gleichgewichtssinn auf eine harte probe stellen will, dann sollte man bei windstärke 8 versuchen, auf einem kleinen speedboot die balance zu halten wenn die wellen links und rechts ins boot brechen und besagtes boot mehr übers meer springt anstatt zu schwimmen...nach anderthalb stunden war ich dann doch sehr froh, dass ich nichts gefrühstückt hatte...denn das harte geschaukel und die damit verbundenen ausgleichsbewegungen gehen irgendwann auf den magen und ins kreuz...im endeffekt dauerte die fahrt wegen halber kraft dann weit über zwei stunden und ich wurde dann wieder mit einem pick-up auf der ladefläche zum bamboo hostel gefahren...abends gab es dann wie immer schmackhaftes essen von julie und kava mit den einheimischen und gästen... und unglaublich aber wahr: nach guten 30 minuten üben hatte ich sage und schreibe zwei (in zahlen 2) akkorde auf der gitarre "im griff" und hab mit den jungs dort musiziert...(mein generelles minustalent was musik machen angeht sollte bekannt sein, deshalb sollte auch verständlich sein, warum ich hier so einen wind um 2 akkorde mache...)
sehr zu meiner freude (achtung ironie...) machte sich mein sechster sinn wieder bemerkbar: andere sehen tote, ich kann doofe menschen sehn.... es tauchten am nächsten tag die vier kanadier vom boot zum essen im hostel auf und beehrten die gäste mit ihrer glänzenden erscheinung...sie waren sich auch zu cool / fein (wie auch immer) um mit den anderen gästen und den einheimischen zu trinken... da ignoranz unliebsamer personen eine meiner königsdisziplinen ist, hab ich mich nicht weiter drum gekümmert und stattdessen mit sam, einem offizier der fijianischen marine kava getrunken...er war wie alle fijianer sehr gesprächig und hat mir von seinen un-einsätzen in sinai sowie seinen verschiedenen reisen erzählt...einer der wenigen die ich bisher getroffen habe, die es geschafft haben, mal von fiji wegzukommen...die meisten kommen im laufe ihres lebens höchstens mal fünf dörfer weiter oder in die nächste stadt...
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Freitag, 12. November 2010
zeitvertreib
Mittwoch, 10. November 2010
mana
die busfahrt nach nadi war ebenfalls wieder ein erlebnis...der bus kroch wieder mit 5km/h berge hinauf...nur um später dann den hang mit 110 hinabzurasen...verkehrsregeln dienen auch meist nur der orientierung...und man bekommt schnell eine windschnittige frisur wenn man sich aus dem fenster lehnt...
in nadi angekommen, bemühten sich gleich drei taxifahrer um die vier leicht zu erspähenden rucksackreisenden welche ganz alleine auf dem busbahnhof standen... jeder der taxifahrer wollte 8$ dafür dass er jeweils einen von uns ins hostel fährt...denn natürlich passt mit dem gepäck immer nur eine person ins taxi...
nach kurzer zeit sprach uns der besitzer eines pick ups an...er bot uns ebenfalls an uns zum hostel zu fahren...alle auf der ladefläche für 8$...wir willigten ein, luden unser zeug auf und sprangen ebenfalls auf die ladefläche...dort fanden wir noch zwei bänke und eine bassbox...für sitzkomfort und musikalische unterhaltung war also gesorgt...auch der fahrer des pick ups schien sich eher wenig für verkehrsregeln zu interessieren...immerhin kamen wir so zügig durch den abendlichen stadtverkehr...
wieder in nadi im bamboo hostel angekommen, bemühte sich samu direkt darum, uns das "sparpaket" für die insel mana zu beschaffen...man zahlt für drei nächte und bekommt die vierte umsonst... alle speisen sind inbegriffen...man muss sich nur was zu trinken mitnehmen denn die preise für wasser und sonstige getränke sind sehr sehr hoch auf den inseln...und das wasser aus dem wasserhahn dort ist nicht gefiltert...insofern nicht trinkbar...viele bekannte gesichter waren noch im bamboo vertreten...wiedersehn macht halt freude...
in ganz fiji wurde am 5.11. das lichterfest gefeiert, überall hingen lichterketten und die menschen verschossen kiloweise feuerwerk...in fast jedem hostel gab es zur belustigung der touristen eine show mit feuertänzern...

shannon, nathan (zwei australier die uns im bus begleitet hatten und im nachbarhostel abgestiegen sind), laura und ich saßen am strand und beobachteten eine der feuertanzshows...nach deren ende mussten wir vier dann noch selbst mittanzen weil das "publikum" eine zugabe verlangt hatte... nach fünf minunten rhythmischer sportgymnastik wurden wir dann mit applaus entlassen...nathan war müde und ging ins bett, shannon kam noch mit zu uns auf eine runde cava...gegen viertel vor eins war für mich der tag gelaufen und ich ging ins bett...
der 6.11. begann "früh" wie immer um 8 uhr wenn die sonne den schlafsaal wieder aufgeheizt hat...laura und ich sind noch schnell in den getränkeladen gelaufen und haben wasser für die reise gekauft... um 9:45 wurden wir abgeholt und um 10:30 waren wir auf dem speedboot nach mana...vor der westküste von fiji liegen jede menge kleinerer inseln und auf fast jeder davon steht mindestens ein hostel oder hotel... nach einem unterwegshalt erreichten wir dann schließlich mana... eine der fast schon größeren inseln mit zwei backpackerhostels auf der einen und zwei luxushotels auf der anderen seite der insel...
hier lebt man richtig gemütlich...terrasse direkt am meer...strom und internet nur an wenigen stunden am tag und wie überall: fijitime... eile mit weile...
die landschaft hier ist ebenfalls traumhaft...zwar weniger palmen als am beachhouse, aber der strand und die lagune sind top...
direkt an der rezeption hab ich dann auch wieder erika vom beachhouse getroffen, sie kam von einer der anderen inseln und wird nun ebenfalls ein paar tage hier bleiben...den nachmittag über lag ich eine gute stunde faul am strand, war schwimmen und danach bin ich mal schnell auf die andere seite der insel gewandert...das luxusressort liegt gute 15 gehminuten entfernt und hat ebenfalls einen sehr schönen strand zu bieten...etwas felsiger aber immernoch hübsch anzusehn...ebenfalls zum netten gesamtbild beitrage können die anderen inseln die man überall vom strand aus sehen kann...
das mittagessen waren sandwiches mit rindfleisch welches die konsistenz einer schuhsohle hatte und pommes die kalt waren...schonmal ein erster dämpfer für das "alle mahlzeiten mit drin paket"...
ich investiere aktuell grad ein paar minuten kostbare akkulaufzeit zum schreiben dieser zeilen...später werd ich noch ein wenig sportlich sein und evtl ein kayak mieten ... oder einfach wieder nur nichts tun ... habe mich dann fürs kayak fahren entschieden... im nachhinnein stellte sich dann raus, dass das all-inclusive paket mit dem essen sinnlos war...das abendessen was groß als "grillabend" angekündigt war, war eine katastrophe... die lammkeule durchwachsen und kalt...die kartoffeln ebenfalls kalt und die bratwurst naja...einzig der salat konnte ein wenig überzeugen... mit viel ketchup schmeckt alles irgendwann...
tag zwei habe ich recht locker angehn gelassen...mir ist das buch "das bildnis des dorian gray" in die hände gefallen...zwischen schlafen und essen kann ich also nun also immer mal wieder ein paar seiten lesen...nachmittags habe ich mich dann aufgemacht, die insel zu erkunden und den aussichtspunkt im norden der insel zu finden...
die einheimischen auf der insel leben wirklich in den allereinfachsten verhältnissen...holzhütten mit strohdach drüber, seltener mit fenstern...das dient hier als behausung...ich bezweifle dass sie fließendes wasser haben...strom ist vorhanden aber offenes feuer brennt in vielen dieser hütten sobald es dunkel wird...überall trifft man auf wilde müllkippen auf denen die überreste der vertreter der sogenannten zivilisierten welt zu finden sind...champagner- und weinflaschen...bier- und schnapsflaschen...und viele weitere verpackungen von konsumprodukten der westlichen welt die hier als purer luxus gelten dürften...vielleicht sollte ich mir die bilder mal wieder ansehn wenn ich mich in der heimat drüber aufrege, dass die internetverbindung zu schlecht ist oder nix gescheites im fernsehn kommt...
nach knapp 15 minuten war ich am flughafen...ja, flughafen...eine einfache schotterpiste auf der insel...wenige minuten später war ich dann im wald, aber die wegweiser hörten irgendwann auf und ich fand erstmal nur den sunset beach von dem man eine sehr gute sicht auf den sonnenuntergang haben sollte...der erste sonnenuntergang auf mana war der erste sonnenuntergang den ich sehen konnte, bei dem die sonne im meer versinkt... und nicht wie bisher immer von wolken verdeckt wird bevor sie den horizont erreicht...sieht echt geil aus...soviel romantik hätte ich mir nicht zugetraut ;-)
um 19:34 war sie dann verschwunden und nur noch der rot leuchtende himmel gab einen hinweis auf gelbe scheibe die nun etwas später in westeuropa aufgehen sollte...
zurück zum aussichtspunkt: nachdem ich eine weitere müllkippe gefunden hatte, kam ich irgendwann auf dem hügel an und genoss die weitsicht:
den rest des tages habe ich mit lesen verbracht...bis das abendessen serviert wurde: steak mit kartoffeln und salat... es war auch wieder hart an der grenze zu blutig...aber insgesamt war es besser als am abend zuvor... die "animateure" der anstalt versuchten uns abends mit trinkspielen dazu zu bringen, mehr vom teuren bier zu kaufen...ich hab mich dann einiger zeit
zusammen mit ein paar anderen ausgeklinkt und wir haben einfach nur karten gespielt...später als der spieleabend beendet war und wahrscheinlich weitaus weniger gekauft wurde, als erhofft, habe ich dann mit ein paar engländern und ein paar schwedinnen auf ein bier an den strand gesetzt...nachdem wir irgendwie die zeit vergessen hatten und es auf einmal drei uhr morgens war, beschlossen wir, noch den sonnenaufgang abzuwarten...gegen vier uhr morgens sind die engländer und eine der beiden verbliebenen schwedinnen schlafen gegangen und gegen sechs uhr morgens wurde es hell, aber die sonne war hinter den bergen und den wolken versteckt, also sind meinereiner und die letzte schwedin auch zurück in den schlafsaal gegangen... auf dem weg dahin habe ich es noch geschafft, zielsicher die einzige große koralle am strand zu finden und meinen mittleren zeh des linken fußes daran zu stoßen...er leuchtete dann in einem schönen blau-rot und tat ziemlich weh...
in nadi angekommen, bemühten sich gleich drei taxifahrer um die vier leicht zu erspähenden rucksackreisenden welche ganz alleine auf dem busbahnhof standen... jeder der taxifahrer wollte 8$ dafür dass er jeweils einen von uns ins hostel fährt...denn natürlich passt mit dem gepäck immer nur eine person ins taxi...
nach kurzer zeit sprach uns der besitzer eines pick ups an...er bot uns ebenfalls an uns zum hostel zu fahren...alle auf der ladefläche für 8$...wir willigten ein, luden unser zeug auf und sprangen ebenfalls auf die ladefläche...dort fanden wir noch zwei bänke und eine bassbox...für sitzkomfort und musikalische unterhaltung war also gesorgt...auch der fahrer des pick ups schien sich eher wenig für verkehrsregeln zu interessieren...immerhin kamen wir so zügig durch den abendlichen stadtverkehr...
wieder in nadi im bamboo hostel angekommen, bemühte sich samu direkt darum, uns das "sparpaket" für die insel mana zu beschaffen...man zahlt für drei nächte und bekommt die vierte umsonst... alle speisen sind inbegriffen...man muss sich nur was zu trinken mitnehmen denn die preise für wasser und sonstige getränke sind sehr sehr hoch auf den inseln...und das wasser aus dem wasserhahn dort ist nicht gefiltert...insofern nicht trinkbar...viele bekannte gesichter waren noch im bamboo vertreten...wiedersehn macht halt freude...
in ganz fiji wurde am 5.11. das lichterfest gefeiert, überall hingen lichterketten und die menschen verschossen kiloweise feuerwerk...in fast jedem hostel gab es zur belustigung der touristen eine show mit feuertänzern...
shannon, nathan (zwei australier die uns im bus begleitet hatten und im nachbarhostel abgestiegen sind), laura und ich saßen am strand und beobachteten eine der feuertanzshows...nach deren ende mussten wir vier dann noch selbst mittanzen weil das "publikum" eine zugabe verlangt hatte... nach fünf minunten rhythmischer sportgymnastik wurden wir dann mit applaus entlassen...nathan war müde und ging ins bett, shannon kam noch mit zu uns auf eine runde cava...gegen viertel vor eins war für mich der tag gelaufen und ich ging ins bett...
der 6.11. begann "früh" wie immer um 8 uhr wenn die sonne den schlafsaal wieder aufgeheizt hat...laura und ich sind noch schnell in den getränkeladen gelaufen und haben wasser für die reise gekauft... um 9:45 wurden wir abgeholt und um 10:30 waren wir auf dem speedboot nach mana...vor der westküste von fiji liegen jede menge kleinerer inseln und auf fast jeder davon steht mindestens ein hostel oder hotel... nach einem unterwegshalt erreichten wir dann schließlich mana... eine der fast schon größeren inseln mit zwei backpackerhostels auf der einen und zwei luxushotels auf der anderen seite der insel...
hier lebt man richtig gemütlich...terrasse direkt am meer...strom und internet nur an wenigen stunden am tag und wie überall: fijitime... eile mit weile...
die landschaft hier ist ebenfalls traumhaft...zwar weniger palmen als am beachhouse, aber der strand und die lagune sind top...
direkt an der rezeption hab ich dann auch wieder erika vom beachhouse getroffen, sie kam von einer der anderen inseln und wird nun ebenfalls ein paar tage hier bleiben...den nachmittag über lag ich eine gute stunde faul am strand, war schwimmen und danach bin ich mal schnell auf die andere seite der insel gewandert...das luxusressort liegt gute 15 gehminuten entfernt und hat ebenfalls einen sehr schönen strand zu bieten...etwas felsiger aber immernoch hübsch anzusehn...ebenfalls zum netten gesamtbild beitrage können die anderen inseln die man überall vom strand aus sehen kann...
das mittagessen waren sandwiches mit rindfleisch welches die konsistenz einer schuhsohle hatte und pommes die kalt waren...schonmal ein erster dämpfer für das "alle mahlzeiten mit drin paket"...
ich investiere aktuell grad ein paar minuten kostbare akkulaufzeit zum schreiben dieser zeilen...später werd ich noch ein wenig sportlich sein und evtl ein kayak mieten ... oder einfach wieder nur nichts tun ... habe mich dann fürs kayak fahren entschieden... im nachhinnein stellte sich dann raus, dass das all-inclusive paket mit dem essen sinnlos war...das abendessen was groß als "grillabend" angekündigt war, war eine katastrophe... die lammkeule durchwachsen und kalt...die kartoffeln ebenfalls kalt und die bratwurst naja...einzig der salat konnte ein wenig überzeugen... mit viel ketchup schmeckt alles irgendwann...
tag zwei habe ich recht locker angehn gelassen...mir ist das buch "das bildnis des dorian gray" in die hände gefallen...zwischen schlafen und essen kann ich also nun also immer mal wieder ein paar seiten lesen...nachmittags habe ich mich dann aufgemacht, die insel zu erkunden und den aussichtspunkt im norden der insel zu finden...
die einheimischen auf der insel leben wirklich in den allereinfachsten verhältnissen...holzhütten mit strohdach drüber, seltener mit fenstern...das dient hier als behausung...ich bezweifle dass sie fließendes wasser haben...strom ist vorhanden aber offenes feuer brennt in vielen dieser hütten sobald es dunkel wird...überall trifft man auf wilde müllkippen auf denen die überreste der vertreter der sogenannten zivilisierten welt zu finden sind...champagner- und weinflaschen...bier- und schnapsflaschen...und viele weitere verpackungen von konsumprodukten der westlichen welt die hier als purer luxus gelten dürften...vielleicht sollte ich mir die bilder mal wieder ansehn wenn ich mich in der heimat drüber aufrege, dass die internetverbindung zu schlecht ist oder nix gescheites im fernsehn kommt...
nach knapp 15 minuten war ich am flughafen...ja, flughafen...eine einfache schotterpiste auf der insel...wenige minuten später war ich dann im wald, aber die wegweiser hörten irgendwann auf und ich fand erstmal nur den sunset beach von dem man eine sehr gute sicht auf den sonnenuntergang haben sollte...der erste sonnenuntergang auf mana war der erste sonnenuntergang den ich sehen konnte, bei dem die sonne im meer versinkt... und nicht wie bisher immer von wolken verdeckt wird bevor sie den horizont erreicht...sieht echt geil aus...soviel romantik hätte ich mir nicht zugetraut ;-)
um 19:34 war sie dann verschwunden und nur noch der rot leuchtende himmel gab einen hinweis auf gelbe scheibe die nun etwas später in westeuropa aufgehen sollte...
zurück zum aussichtspunkt: nachdem ich eine weitere müllkippe gefunden hatte, kam ich irgendwann auf dem hügel an und genoss die weitsicht:
den rest des tages habe ich mit lesen verbracht...bis das abendessen serviert wurde: steak mit kartoffeln und salat... es war auch wieder hart an der grenze zu blutig...aber insgesamt war es besser als am abend zuvor... die "animateure" der anstalt versuchten uns abends mit trinkspielen dazu zu bringen, mehr vom teuren bier zu kaufen...ich hab mich dann einiger zeit
zusammen mit ein paar anderen ausgeklinkt und wir haben einfach nur karten gespielt...später als der spieleabend beendet war und wahrscheinlich weitaus weniger gekauft wurde, als erhofft, habe ich dann mit ein paar engländern und ein paar schwedinnen auf ein bier an den strand gesetzt...nachdem wir irgendwie die zeit vergessen hatten und es auf einmal drei uhr morgens war, beschlossen wir, noch den sonnenaufgang abzuwarten...gegen vier uhr morgens sind die engländer und eine der beiden verbliebenen schwedinnen schlafen gegangen und gegen sechs uhr morgens wurde es hell, aber die sonne war hinter den bergen und den wolken versteckt, also sind meinereiner und die letzte schwedin auch zurück in den schlafsaal gegangen... auf dem weg dahin habe ich es noch geschafft, zielsicher die einzige große koralle am strand zu finden und meinen mittleren zeh des linken fußes daran zu stoßen...er leuchtete dann in einem schönen blau-rot und tat ziemlich weh...
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