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Dienstag, 5. Oktober 2010

durchreise

oder warum ich froh bin, wenn ich irgendwann mal irgendwo ankomme...

kurzfassung der letzten tage:

wir haben tioman am 2.10. wieder mit der fähre verlassen, hier noch ein abschiedsbild:


dann trennten sich in mersing die wege von johni und mir, er ist über kuala lumpur wieder
nach hause ins kalte deutschland und ich habe mir den nachmittagsbus nach singapur geschnappt...

ich glaube das war mit abstand die schlimmste busfahrt die ich je hatte: auf der mäßig ausgebauten landstraße waren 90kmh/h erlaubt, der busfahrer kratzte zeitweise an der 120er marke und machte auch keine anstalten, vor kurven abzubremsen...dann versuchte er noch ständig mit irgendwelchen waghalsigen manövern (man sieht dass der gegenverkehr noch gut 50m weg ist und zieht trotzdem zum überholen raus) die fahrtzeit zu verkürzen... seltsamerweise schien das keinen außer mir großartig zu interessieren...entweder wurde gelesen oder geschlafen...scheinbar war das auch die beste methode: einfach nicht dran denken... wie auch immer, ich kam heim und pünktlich zur rush-hour in singapur an...was natürlich lange schlangen an der grenzkontrolle zur folge hatte...

unendlich viel spaß hat man und ebenfalls sehr viel aufmerksamkeit von den beamten bei der kontrolle bekommt man, wenn man gefragt wird, warum man denn waffen mitführt und diese nicht vorher deklariert...nachdem ich dann vor versammelter mannschaft meinen kompletten rucksack ausgepackt hatte, konnte die nation singapur erleichtert aufatmen, denn ich hatte keine blutvergießenden taten geplant, sondern lediglich folgende gegenstände im rucksack gehabt:


mit denen man andere verletzen könnte...nach kurzem gespräch durfte ich dann wieder alles einpacken...

damit war auch mein perfekt arrangiertes system der kleideranordnung zerstört...

gegen 8 uhr habe ich dann mein hostel erreicht, nachdem ich 15 min mit marschgepäck durch die 30 grad warmen gassen gelaufen bin...ein kleines häuschen mitten im rotlichtviertel
von singapur...drinnen alles ganz familiär, der schlafraum unterm dach wurde mit 2 ventilatoren
auf gut 20 grad gehalten...und es gab einen großen gemeinschaftsraum in dem sich immer interessante gespräche ergeben haben...hat mir sehr gut gefallen...

von singapur selbst habe ich tags drauf nicht soviel gesehen außer marina bay mit der formel 1 strecke und einer einkaufsstraße im zentrum...shoppen bis zum umfallen ist auch in singapur die devise...



 


am abend habe ich dann wieder die absolut idiotensichere metro zum flughafen genommen und dort gewartet bis das flugzeug nach brisbane gestartet ist...

nach gut 18000 km sieht die bisherige grobe reiseroute wie folgt aus:


zum flug selbst kann ich nur folgendes sagen:

"Schlaflosigkeit vernebelt die Realität! Alles ist weit weg… Alles ist eine Kopie einer Kopie einer Kopie…”







es waren drei familien mit babys an bord...wieso müssen diese weltoffenenen selbsternannten lebemenschen ihre brut überall mit hinschleppen, wohlwissend dass babys nunmal gereizt reagieren wenn turbulenzen die maschine durchschütteln...


montag abend in brisbane war ich dann wieder gut 37 stunden wachgewesen...

zu brisbane selbst bleibt nur folgendes zu sagen: nach gut 4 stunden hat man alles gesehen, es
ist alles recht provinziell gehalten und es war echt klasse, mal wieder 3 schritte zu gehen ohne
dabei in schweiß auszubrechen...






mitten in brisbane gibt es eine kleine künstliche lagune die als freibadersatz dient:



die geier waren auch schon da:


mal die skyline vom rivertaxi aus gesehen:


und hier nochmal die stadt bei nacht:


die jugendherberge liegt gute 3m luftlinie von einer vielbefahrenen bahnstrecke, das erschwert
das schlafen etwas...die bahnlinie unterquert das hostel in einem tunnel, was das schlafen
ebenfalls erschwert...ansonsten ist hier alles etwas anonymer weil sehr viele leute aller
altersklassen absteigen... hauptsächlich deutsche und größtenteils idioten...das hostel ist
sauber, relativ modern und groß...leider kein kostenloses internet...

hier hab ich alina getroffen die mit mir in mainz studiert hat...sie wird wie ich am donnerstag
brisbane wieder verlassen, allerdings nach sydney...

der erste abend war wegen dem bereits erwähnten schlafmangel nicht sehr lang...

heute waren wir in surfer´s paradise, dem berühmtesten strand der gold coast...sehr oft wird
einem erzählt, dass "brisbane" ja das surferparadies sei, aber die besagte küste mit strand liegt
über 2 stunden zug- und bahnfahrt von brisbane selbst entfernt...
anhand der bilder kann man sehen, warum hier soviele surfer absteigen...die wellen sind
doch schon ziemlich hoch und wenn einen so ne 2m welle erwischt, haut es einen wirklich um...und man kann auch nicht wirklich dagegen anschwimmen...ich habe es selbst versucht...








das wetter war leider eher durchwachsen, sonne, wolken, regen...alles war dabei...

erstes australienfazit: man bekommt wieder einen preisschock nachdem man in südostasien war...hier kostet einfach ALLES geld...vor allem essen ist teurer als in deutschland...wenn man
konsequent die billigmarken im supermarkt kauft, kann man gut auskommen hier...

morgen mehr dazu...

Samstag, 2. Oktober 2010

äffchen

...oder: die lustige welt der tiere...

auf tioman gibt es allerhand getiers was man als ordinärer deutscher nur aus dem zoo kennt:

fangen wir mit dem titelgebenden vertreter der affen an: hier chillt einer auf einer astgabel und ein anderer macht es sich auf den die ganze insel überspannenden stromkabeln gemütlich...
öfters mal wurde uns berichtet, dass dieses äffchen sehr gerne in alleingelassenen taschen und rucksäcken wühlen und dann sehr verärgert reagieren, wenn man sie verscheuchen will... uns haben sie allerdings nichts getan...mit ausnahme von heut morgen als einige affen auf dem dach unserer hütte rumgeturnt sind...macht gut krach...


 

während man in deutschland wenn man durch den wald geht höchstens mal nen feldhasen sieht, so gibt es auf tioman ganz andere arten...auch sehr häufig und besonders in der nähe von müll zu finden: der waran...hier auf dem foto noch ein recht kleiner vertreter...in wassernähe waren welche mit gut 1,50m körperlänge...leider waren die zu schnell wieder weg und ich konnte kein foto mehr machen...auch sonst waren viele kleine eidechsen unterwegs...


weitere vertreter der tierwelt, von denen ich aber keine bilder gemacht hatte, waren gefühlte 4 millionen arten von vögeln...kleine laufvögel, bunte singvögel...alles war da was federn hatte...


des weiteren gab es noch diese lustigen tiere denen die schwerkraft ebenfalls wenig anhaben konnte: da in tioman außer den chalets und hütten für die touristen so gut wie keine geschlossenen gebäude existieren, kommen auch überall diese geckos rein... sie fressen spinnen und lästige mücken...insofern ein guter zimmergenosse...vor allem in restaurants waren immer mehrere an den wänden und decken... in deutschland hätte der lebensmittelkontrolleur schon längst einen tobsuchtsanfall bekommen...hier gehört das tierchen einfach dazu...es trägt viel zur südseeathmosphäre bei :-)



sollte man am strand muscheln suchen, so muss man aufpassen, die schönsten und besten schneckenhäuser sind alle schon bewohnt:



ebenfalls in allen farben und formen zu finden: der schmetterling...


ach ja, hab ich die katzen schon erwähnt? man kann keine drei schritte gehen ohne angemaunzt zu werden...eigentlich dachte ich, dass die warane die katzenpopulation in grenzen halten...aber irgendwie gehen sich die beiden tierarten aus dem weg...johni schien an dem abend als das erste katzenbild entstanden ist, schon müde gewesen zu sein, denn die katze durfte auf unserer veranda übernachten... ;-)




hatte ich die affen und warane schon erwähnt? ;-) die gab es überall...


frösche hab ich ganze zwei gesehen...einen an einer müllkippe und auf den anderen ist johni draufgetreten...er und der frosch haben aber keine bleibenen schäden zurückbehalten... und nochwas gab es auf der insel: fledermäuse...tagsüber hingen sie wie reife früchte in den bäumen und haben gepennt, wenn es dunkel wurde sind sie in schwärmen durch die gassen geflattert...

am letzten abend hab ich mir taucherbrille und schnorchel geliehen und bin mal ein wenig getaucht... ich stand bis zum bauchnabel im wasser und sah von oben nur ein paar dunkle korallen...sonst nix...ich machte mir keine großen hoffnungen, aber kaum war ich unter wasser war alles bunt...fast alles bis auf die korallen lebte...die buntesten fische die ich je gesehen hab... seeigel und seegurken...alles da :-)


sobald sich die fische an einen gewöhnt hatten, konnte man auch mit ihnen schwimmen... wenn man ihnen zu nah kam, haben sie mit klacklauten protestiert...


leider -wie schon erwähnt- sind die korallen arg in mitleidenschaft gezogen worden...


rückblick:


tag zwei auf der insel verbrachten wir damit, uns eine neue bleibe zu suchen...johni meinte am nördlichen ende der bucht wäre doe backpackergegend... also sind wir mit vollem reisegepäck (in meinem fall 20 kilo auf dem rücken und nochma 10 kilo an der brust) gut 5 km über sand, stock und stein gelaufen bis wir dann ein neues chalet beziehen konnten:


na, welches ist wohl unsere hütte? ;-) 


da johni sich bereit erklärte, den ganzen weg wieder zurückzulaufen um bier zu holen, konnte ich mich ein wenig in das einzige buch in unserm regal einlesen, was nicht in malaysisch oder holländisch geschrieben war: ken follet "world without end" ... naja... gibt besseres...


mittags lagen wir nur am strand...


tag drei haben wir damit verbracht, in die monkey bay zu wandern...es ging mal wieder über stock und stein, ast, liane und gestrüpp berg auf und wieder berg ab... und irgendwann kamen wir dann hier an:




ein fast menschenleerer strand...aber das war noch nicht monkey bay und so wanderten wir weiter... im dschungel hat eigentlich alles dornen und haken, aber verletzt hat sich keiner von uns... und die einzige schlange die ich gesehen hatte, hat panisch die flucht ergriffen :-)


nach gut 30 weiteren minuten kamen wir in monkey bay an...und was soll ich sagen? 


einfach traumhaft! das wasser türkisblau und badewannenwarm...keine menschenseele, nicht mal affen...fische direkt am ufer und ein angenehmer windhauch...








jetzt hoffe ich sehr, dass australien ähnliche schöne strände zu bieten hat, denn es wird schwer, das hier zu überbieten ;-)


wie eben schon erwähnt, hab ich den abend dann mit schnorcheln verbracht...


abschließend kann ich folgendes sagen: es war geil :-)


wenn ich wieder in deutschland bin, will ich ne hängematte und nen gecko :-D

Mittwoch, 29. September 2010

tioman

oder: der sand in den schuhen...

bisher hat mich mein trip bis hierhin verschlagen:


und innerhalb von malaysia kam ich bisher wie folgt rum:






und manchmal ist es wie in einem schlechten traum den ich oft habe, wenn ein wichtiger termin bevorsteht: ich komme ums verrecken net an... ähnlich erging es uns beim ziel tioman, der kleinen insel an der ostküste malaysias, die wir gestern schon erreichen wollten...

wir lagen gut in der zeit...bis der busfahrer 8 kilometer vorm ziel der meinung war, eine pinkel- und essenspause einzulegen... johni und ich sahen unsere felle schon davon schwimmen...im wahrsten sinne des wortes, denn die fähre war abgefahren... wie bereits berichtet kamen wir zu spät in mersing an und holten uns dort ein hotel... wie wir später erfahren hatten, wäre jede eile umsonst gewesen, den wegen niedrigwasser wäre eh keine fähre mehr gefahren...also haben wir uns ein ticket für die erste fähre am morgen besorgt...wir waren überpünktlich am pier und mit knapp 30 minuten verspätung durften wir den kahn betreten...außer uns waren noch eine japanische schulklasse, ein paar pendler und ein paar bescheuerte andere deutsche an bord...unter anderem ein ü40 lehrer mit einer katalogfrau aus thailand und 3 alternativ angehauchte weltverbesserer die den kindern auf tioman wahrscheinlich schulbücher bringen wollten und sich dann wundern, warum die armen kinder nix mit deutschen büchern anfangen können... wie auch immer...die fähre war zu spät...

nach gut 15 min langsamer fahrt stoppte das schiff abrupt...wir hatten uns im niedrigen wasser festgefahren...sehr zur freude der seefahrer die mit ihren schiffen an uns vorbeizogen...irgendwie dachte ich da dass wir nie ankommen...wie in einem schlechten traum halt... nach unendlich anmaßenden 45 minuten konnte der kapitän das schiff aus der sandbank manövieren...und es ging mit höchstgeschwindigkeit auf die insel...

dort angekommen suchten wir als erstes unsere hütte...und was soll ich sagen...die insel ist ein traum...ellenlange sandstrände...kaum touristisch erschlossen, alles noch ursprünglich...affen die frei rumrennen...leguane die sich in der sonne braten...schlangen, bunte schmetterlinge, fledermäuse, geckos, riesige libellen...alles da was man sonst meist nur im zoo sieht...aber leider wissen die einheimischen nicht wirklich was mit dieser perle anzufangen...umweltschutz wird in den tigerstaaten nicht wirklich großgeschrieben und so findet sich aller orten müll und dreck der in krassem kontrast zur schönheit der insel steht...des weiteren wimmelt es hier ähnlich wie in kuala tahan nur so von katzen...egal wo man hinschaut...katzen in allen farben und formen...und da johni katzen nicht mag und katzen sich meist genau diese personen zum schmusen aussuchen, ist der aufenthalt eine wahre freude :-) egal wo johni sitzt oder geht...es kommen direkt die katzen zu ihm :-)

hier ein paar eindrücke der insel:

blick aus dem fenster:



unsere hütte: nichts luxuriöses, aber es reicht vollkommen aus und sie steht direkt am strand :-)


die ego-schaukler perspektive aus der hängematte:


unser privatstrand:



malaysia ist ein muslimisches land, insofern sind gewisse dinge wie alkohol für einheimische verboten...das folgende hinweis...oder besser warnschild fanden wir bei einem spaziergang...man beachte den letzten abschnitt...


von den bergen aus der rückblick auf den strand:


nochmal vom zimmerfenster aus:




wir beschlossen gegen mittag dann eine tour quer über die insel zu starten...als "rainforest trail" angegeben war dieser weg ein wenig verwachsener als die pfade in kuala tahan, aber nicht minder interessant:


bei solchen anblicken klingt immer die titelmelodie von indiana jones in meinem geistigen ohr ;-)




 aus der kategorie "dinge die wildromantische dschungelidylle zerstören können" das folgende bild:


man hat doch wirklich mitten in den dschungel eine straße gebaut...


unterwegs hatte ich noch einen hundertfüßler von der straße gerettet...


so sieht ein sonnenuntergang auf tioman aus...ähnlich wie in dubai konnte ich das versinken der sonne im mehr nicht festhalten, da die wolken die sicht behinderten...


im laufe des abends wollte johni, dass ich was zu essen organisiere...nun gut, das einzige was ich gefunden hatte, war diese gut 1cm große krabbe... nach intensiver beratung haben wir uns entschlossen, sie laufen zu lassen...



nebenan in der bar war das personal mit feuereifer dabei, die britischen gäste zu belustigen...



drei bier später gehörten wir auch zu den gästen...ich habe selten eine so gechillte bar gesehen...hängematten uns sitzkissen...eine jamsession mit mehreren musikern und eine klasse stimmung...und leckere preiswerte cocktails...einfach klasse... :-D



und zu guter letzt haben wir den abend mit gewitter watching verbracht...über dem festland tobt seit gut 4 stunden ein richtig fettes gewitter das sich uns wie folgt präsentiert...(es waren gut 50 versuche notwendig, um überhaupt etwas ansatzweise brauchbares zu bekommen...und ja, es ist schief un bla...;-) )