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Sonntag, 9. Januar 2011

kulinarisches

so, bevor wir ins thema einsteigen noch schnell die allgemeine info: ich bin wieder im guten (k)alten deutschland... das schlechte wetter und die damit verbundene nicht-aussicht auf einen weiteren job an der frischen luft, probleme mit der fluggesellschaft was die verfügbarkeit eines sitzplatzes angeht sowie spontaner teilzahnverlust haben mich dann letztendlich dazu veranlasst, einen nach langem hin und her und stundenlangem telefonieren mit sämtlichen büros von frankfurt über abu dhabi, sydney und mumbai errungenen platz im flieger vor silvester anzunehmen... somit ist das abenteuer "weit weg" schon nach etwas mehr als drei monaten beendet... und ja, ich bin nach wie vor etwas traurig deswegen... letztendlich war es mehr eine entscheidung des finanziellen verstandes und nicht des reisefreudigen herzens... 

in anlehnung an otto waalkes: ein paar hab ich noch...

beginnen möchte ich mit einem kleinen überblick was die lukullischen genüsse angeht...

meine erste station war dubai...die stadt der ultrareichen spart natürlich nicht am essen... mein zimmer allerdings war ohne mahlzeiten gebucht... so musste ich mich mit dem lokalen angebot an instant-nudeln und fast food zufrieden geben... den größten schlemmergenuss allerdings gab es bei meinem ausflug in die wüste... diverse köstlichkeiten wurden dort aufgetischt und man hatte ein üppiges buffet von dem man sich bedienen konnte...



und kamel schmeckt gar nicht mal soooo schlecht, es ist nur etwas zäh...

die zeit in malaysia und singapur war geprägt von reisgerichten unterschiedlicher couleur...mal mit fisch, mal mit geflügel... allesamt äußerst lecker und unschlagbar was die preise angeht... aus irgendwelchen gründen schien ich es nicht für nötig gehalten zu haben, das in bildern festzuhalten...naja...

in australien angekommen, wurde ich beim frühstück direkt mal mit etwas für mich unbekanntem konfrontiert: vegemite... typisch für australien und unter dem namen "marmite" auch in anderen britisch beeinflussten ländern zu haben... die ersten tage hab ich es auch schlichtweg ignoriert und mich mit marmelade zufrieden gegeben... getreu dem motto "was der bauer net kennt, frisst er net" ...bis mir dann gesagt wurde "du warst NIE in australien wenn du nicht mindestens einmal vegemite probiert hast" ... übrigens: vegemite ist konzentrierter hefeextrakt... nun gut ich hab es dann probiert und für definitiv NICHT gut befunden... es schmeckt widerlich... und ich kann nicht wirklich verstehn, wie die aussis das zeug kiloweise mit plätzchen und zum frühstück fressen... die haben das sicherlich mit der muttermilch aufgesogen...  


  
andere lokale spezialitäten wie känguruh und krokodil schmeckten da schon wesentlich besser... känguruh ist ein wenig zäh und hat einen eigengeschmack der mich ein wenig an wild erinnerte... krokodil hingegen schmeckt wie eine kombination aus fisch und hähnchen... also eine spur besser als känguruh... zur beruhigung: ich habe mich nicht quer durch die typisch australischen tierwelt gefressen... es gab kein restaurant welches koalafleisch im angebot hatte... ;-)


um energie zu tanken, bieten sich diverse mittelchen und wege an... in brisbane und melbourne hab ich des öfteren einen "boost" getrunken... das ist im grunde ein milchshake ohne milch... oder ein smoothie mit verdammt viel eis... genauer: frisch gepresster fruchtsaft, crushed ice und viel liebe bei der zubereitung... zuckerbombe schlechthin... aber macht sofort wach und fit für einen langen tag ...



beim einkaufen in australischen supermärkten hat mich die aufteilung der produkte über die verschiedenen gänge immer wieder verwirrt... nichts war nach irgendeinem schema geordnet... alles bunt zusammengewürfelt... deshalb die frage zum nächsten bild: was passt nicht?



auch die preisliche angebotsgestaltung sorgte das ein oder andere mal für verwunderung bei mir... auf nachfrage bei der fleißigen regaleinräumkraft ergab sich, dass dies nicht mal ein 2 für 1 sonderangebot sei, sondern "normal" ... es hätte mich wirklich mal interessiert, wer da nur mit einer flasche rausmarschiert...



bei so manchem preisniveau bekam ich dann schon direkt wieder heimweh:



und auch das lehrerdasein in australien muss hart sein...hier wird sogar extra ein schnaps für die wackeren kämpfer vor randalierenden klassen gebrannt... und mit cola verdünnt ...



ganz großer renner in australiens supermärkten sind die sogenannten "ladyfinger" bananen... erkennbar an ihrer roten spitze... die beiden iren die mit mir in melbourne im zimmer wohnten, wollten mir erklären, das sei wegen besagter roter spitze und der ähnlichkeit zu lackierten fingernägeln mancher lady... in wirklichkeit ist die rote spitze das erkennungsmerkmal von biobananen... ganz bananal... (ja, absicht...)



nach einigen tagen in melbourne suchten wir nach alternativen zu den sehr teuren supermärkten und landeten recht schnell in chinatown... jede größere stadt auf der ganzen welt hat ein chinesisches viertel... so auch melbourne... und dort in den kleinen geschäften kann man wirklich sehr sehr günstig einkaufen... je tiefer man allerdings im viertel war, desto schwerer war es, herauszufinden, was man eigentlich kaufte...



gefriergetrocknete produkte waren der renner in diesen asiatischen läden... hier posiere ich mit einem possierlichen tintenfisch...



und hier nochmals allerhand meeresgetier abgepackt und auf den hungrigen asiaten wartend...



spezialangebot in einem restaurant: fischkopf und gemüse mit tomatensuppe... leckel leckel leckel...



wenn man in australien einen trinken will und geld sparen will, kommt man am "goon" nicht vorbei... das sind vier liter wein in einem plastiksack und dieser steckt dann nochmal in einer dekorativen pappschachtel... "goon" wird er deshalb genannt, weil die aboriginies, nachdem sie so einen plastiksack wein abgepumpt haben, das teil aufblasen und als kissen benutzen um ihren rausch auszuschlafen... und kissen in ihrer sprache ist "goon" ... ich hab das dann direkt auch mal probiert, aber meinem richtigen kissen dann doch den vorzug gegeben... was den deutschen weinfreund viel mehr irritieren sollte, sind die inhaltsstoffe:



man lernt zwangsläufig zu ignorieren...

anders aber auch lecker: meatpies... kleine fleischpasteten welche an kleinen ständen ähnlich der deutschen bratwurst verkauft werden... eine willkommene abwechslung vom fastfood einerlei und den altbekannten fünf minuten nudeln... 



zurück zum thema fast food: in australien gibt es "hungry jacks" ... burgerking sucht man hier vergeblich... grund des geänderten namens: copyrightstreitigkeiten...



auf fiji entstand das schon gezeigte bild von mir beim trinken von cava / kava ... wie auch immer man es schreiben mag, die zutaten sind immer wasser und die gemahlene wurzel des kavastrauchs...



auf einem fijianischen wochenmarkt konnte ich dann gegen ende meines ausflugs noch schnell ein bild dieser wurzel machen...




wenn mir hierzulande einer sagen würde "ey ich hab gemahlene wurzel von nem strauch in wasser gelöst", würde ich ihn für einen spinner halten... auf fiji ist es integraler bestandteil der kultur...


das nationalbier von fiji ist "vonu" mit der schildkröte auf dem label... und nein, es wurde weder aus schildkröten noch aus deren badewasser gebraut... es ist sehr mild und eiskalt eine klasse abkühlung an einem heißen fijitag...



die ernährung in fiji basiert im grunde ebenfalls auf reis, fisch und geflügel gepaart mit jeder menge gemüse...auch obst steht sehr oft auf dem speiseplan... ich glaube, so gesund wie in malaysia und auf fiji habe ich lange nicht gegessen...und geschmacklich ein absoluter hochgenuss...


kommen wir nun zu einem weiteren musikrätsel... und ich weiß, dass nur eine handvoll leute zu dem nächsten bild einen interpreten und einen titel nennen können :-) wenn überhaupt ;-)



wieder zurück in australien gab ich mich dann bedingt durch den kurzfristigen geldfluss dem schlemmen hin... der ein oder andere wird sich noch an die vielfraß stapelaktion erinnern...


auch wenn es teuer war, ab und an hab ich mir auch mal ein einzelnes bier gegönnt...die verehrung der australier was deutsches bier angeht, geht teilweise soweit, dass ein bier gebraut wird und dann deutsche begriffe das etikett zieren... hier zum beispiel "big helga"... ein bier nach bayerischem vorbild... der geistige vater des bieres schreibt auf der rückseite der flasche, dass er in münchen auf dem oktoberfest ein weißbier getrunken hat und in anlehnung daran, dieses bier gebraut hat... allerdings ist big helga ein lagerbier... da hat wohl einer nicht aufgepasst...



auf grund der teilweise absurd hohen bierpreise (im bild unten 15$ für einen sixpack) sollte man glauben, dass die aussis wenig trinken... aber weit gefehlt wie das hinweisschild zeigt... manche leute kaufen für weit über 200$ bier... und ich glaube nicht, dass es auf vorrat war...



zu guter letzt noch ein weiteres musikquiz: eines morgens hab ich mir was zu essen gemacht und da kam mir die idee zu diesem rätsel... :-)




abschließend noch eine kleine abhandlung übers grillen... wenn man wie ich im kulturellen schwerefeld des hunsrücks groß wird und die grillkunst mit holz kennenlernt, ist man schon ein wenig enttäuscht, wenn auf festivals nur mit holzkohle gegrillt werden darf... im vorfeld meiner reise habe ich viele berichte gelesen, in denen backpacker wie auch normalreisende von den grillparties der australier und den öffentlichen grillstationen schwärmen... "geil" dachte ich, "genau das richtige für mich" ... mein erstes solches grillfest gab es dann in melbourne, vom hostel organisiert... soweit - so gut... auf einem gasgrill der protziger kaum sein könnte, wurden kleine würstchen und hamburgerbuletten gebraten... letztere konnte der chefgrillmeister noch relativ gut braten...die würstchen allerdings waren außen schwarz und innen gefroren...es gab sicherlich einen bereich zwischen der kohlekruste und dem eisigen bereich, der als "gut" bezeichnet werden kann...aber um davon satt zu werden, hätte ich müssen viele viele würstchen schälen... 
und keinen der gäste schien der zustand der würstchen zu stören... ein ähnliches bild in sydney: gasgrill und fastfood... wieder ein paar australier am grill, wieder die hässlichen minibratwürste und wieder waren diese außen schwarz und innen noch roh... auf meine frage, warum man das dem grillgut antun würde, kam die fast schon beleidigte antwort "aussi style" ... ich solle dann doch die burger essen...(was ich dann notgedrungen auch gemacht hab...)...

bei mehreren selbst veranstalteten grillfeten an diesen öffentlichen stationen konnte ich mit 100%iger sicherheit sagen, wer australier und wer tourist war...denn alle australier haben ihr grillgut bis zum status "holzkohle" verbrennen lassen... 

ich jedenfalls freue mich auf das erste "richtige" grillen in deutschland... mit echtem holz und auf die minute gegrilltem essen... 

Sonntag, 7. November 2010

fijidschungel

tag zwei verbrachten wir morgens mit einer dreistündigen dschungelwanderung zu einem wasserfall...auch hier versuchte ich mich wieder mit meinen chucks...der pfad war matschig, rutschig und nass...wir mussten mehrere male einen bach überqueren...dazu standen uns immer ein paar steine zur verfügung...ziel war es, diejenigen zu finden, die nicht locker waren... es war ein wenig wie in dieser lustigen spielshow "takeshis castle", in der sich bescheuerte japaner bei noch bescheuerteren spielchen möglichst spektakulär auf die fresse legen...eines der spielchen war "auf steinen über den fluß" ...

naja... nach nur 15 minuten hatte ich zielsicher den lockeren stein gefunden und stand dann mit einem fuß im wasser...

durchaus angenehm bei temperaturen um 28° und einer gefühlten luftfeuchte von 110% ... frei nach dem motto "was solls?" bin ich dann ab dem moment einfach durch jedes gewässer gelaufen... also kann ich jetzt auch noch berichten, dass chucks auch unter wasser einen hervorragenden halt bieten... aber natürlich hab ich auch das matschloch zielsicher gefunden...


der dschungel auf fiji ist etwas dichter als der auf malaysia, aber es gibt wesentlich weniger tiere dort...zumindest habe ich weniger gesehen...nämlich außer millionen von raupen und spinnen kein einziges größeres wildtier...

hier einige eindrücke des wasserfalls:



 

 






auf dem rückweg fing es dann noch an zu regnen, einerseits eine willkommene abkühlung, andererseits doch wieder nur die bestätigung meiner schlechtwetterparanoia...wieder zurück in der "zivilisation" gab es dann an einer bushaltestelle noch hausgemacht meatpies (mit fleisch gefüllte teigtaschen) der dorfbewohner, äußerst lecker und für nur 1F$ ein wahres schnäppchen...den rest des tages haben wir am strand verbracht und einfach nichts gemacht...ruhe und entspannung pur...abends haben erika, rhys und ich uns ein steak gegönnt...umgerechnet 5€ ... kann man mal ausgeben...auch wenn es mir eine spur zu
blutig war war es doch lecker...den rest des abends haben wir bei bier und regen verbracht...auch wenn man immer und immer wieder seine eigene geschichte erzählt sind solche gespräche unter fremden immer wieder interessant... wer hat was schon gesehn, wer denkt wie über die andere kultur...wer übt welchen beruf aus wenn er nicht grade den rucksack spazieren trägt...

tag drei morgens hab ich mit einer ausgedehnten wanderung in der lagune verbracht...wenn ebbe herrscht kann man auf mehreren sandbänken um das riff herumlaufen...meine beiden neuen vierbeinigen freunde haben mich begleitet...die hatten beide riesigen spaß dabei, garnelen und fische zu jagen...ich habe mich darauf beschränkt mit der kamera auf die jagd zu gehen:










 


danach war wieder ausruhen angesagt...erika und anne haben ihre weiterreise geplant...rhys hat sich auf den heimweg nach australien gemacht und ich habe mich gesonnt...erika werde ich wahrscheinlich auf mana wiedertreffen, einer kleinen insel im westen...dann habe ich an diesem tag noch laura kennengelernt, eine weitere deutsche aus göttingen, die sich spontan dazu entschieden hat, mit mir am freitag zurück nach nadi zu fahren und dann nach mana zu schippern...erika, anne und rhys sind dann abgereist und mateo ist dafür angekommen, ein italiener der schon ein jahr in australien lebt und nun urlaub macht... er hat meine eindrücke was farmarbeit angeht bestätigt...er hat zu beginn seiner zeit dort drei monate gearbeitet und meinte
auch dass aktuell nur noch asiaten genommen werden... "die halten die fresse und arbeiten für wenig geld" so seine worte...macht nicht gerade mut...

auf grund des guten wetters am nachmittag sind wir dann noch eine runde kayak gefahren...macht spaß und man sieht das anwesen mal von weit draußen...nach einer guten stunde paddeln war es dann schon wieder fünf uhr und das happy hour bier wartete bereits...

darüber hinaus haben sich dann noch ein paar amerikaner und kanadier zu uns gesellt...wir kamen dann schnell zu dem entschluss eine runde beachvolleyball zu spielen... nun ja der platz sah von weitem sehr gut aus...aber es war nicht wirklich viel sand dort zu finden... ein den meisten lesern wohl bekanntes bademeister urgestein der kirner schwimmbadwelt behauptet ja immer, dass kinder von draußen steine ins kirner beachvolleyballfeld werfen... wenn dem hier auf fiji auch so ist, dann hat es hier sehr starke kinder...denn die werfen dann direkt mal betonplatten ins feld...

auf seiten der amis gab es einige schürfwunden und verletzungen...die einzigen nachwirkungen die ich spüre sind ein paar kratzer an den füßen...das kanadisch-europäische team hat einen hart umkämpften sieg errungen...

nach einem so sportlich aktiven tag haben wir es abends wieder ruhig angehn lassen...später kam wieder der barkeeper und hat uns wieder zu einer runde killerpool überredet...das finale machten zwei hostelangestellte und einer der amis unter sich aus...die frage wer gewonnen hat, erübrigt sich...mitch vom sicherheitsdienst hat klar gewonnen...

am späteren abend war auch das personal immer öfter unterwegs so dass wir uns selbst bier zapfen konnten...und es natürlich auch immer brav auf unsere listen geschrieben haben...








gegen 12 allerdings war schon wieder schluss mit dem abend...die bar wurde mit gittern abgesperrt und wir saßen auf dem trockenen... allerdings hatte ich den geheimgang entdeckt, mit dem man wieder hinter die bar kommt...dummerweise war der bierhahn abgedreht...also nichts mit weiterzapfen...

tag vier an der korallenküste begann mit der planung der weiteren reise...aktuell liege ich in einer hängematte und tippe diese zeilen mit dem windoof editor und genieße die aussicht auf türkisblaues meer während mir einige palmen schatten spenden... (ja, ich muss es immer wieder erwähnen...;)

das beachhouse ist wirklich wunderschön, aber am letzten tag kam eine gruppe kinder aus neukaledonien an, die erstmal den kompletten pool belagert hatten, laut waren und einfach nur genervt haben...darüber hinaus wurden viele von den groß angekündigten aktivitäten wie fischen oder cava trinken wurden einfach nicht durchgeführt...

laura möchte noch eine runde reiten gehn bevor wir abreisen, also hab ich noch gute drei stunden um zu entspannen bevor uns eine abenteuerliche busfahrt wieder nach nadi bringt...