es folgt mal wieder ein beitrag für freunde des geschriebenen...ganz ohne bilder...
aktuell arbeite ich mit carl bei einer offensichtlich reichen indischen familie im reichen- und schönenviertel von cairns... riesiges haus (mal wieder ein bungalow) und ein verhältnismäßig kleiner garten... ein teil davon soll mit platten ausgelegt werden...höchstwahrscheinlich sind alle zu faul (oder offiziell zu beschäftigt) um rasen zu mähen...wer weiß...
der vater ist arzt im krankenhaus von cairns, die mutter macht nichts außer den ganzen tag durch die gegend zu fahren, sich mit dem sohn zu streiten, telefonieren oder belanglose indische seifenopern auf dem großbildfernseher zu schauen und der sohn hat gerade die (sicherlich privat-) schule beendet und möchte nun das klischee der inder auf der ganzen welt erfüllen und informatik studieren...
der vater ist noch der normalste von allen, er schaut morgens bevor er auf die arbeit fährt noch kurz vorbei und wünscht einen angenehmen tag...und lässt uns dann für den rest der zeit in ruhe...
ganz anders hingegen seine frau und sein sohn...kaum hört man mal keine arbeitssamen geräusche wie das schaufeln von sand, das klacken der pflastersteine beim bewegen, das hämmern mit dem gummihammer oder allgemeine geschäftigkeit, geht direkt die terassen- oder haustür auf und entweder mutter oder sohn streunen im garten umher um zu kontrollieren, ob wir noch arbeiten...meist wird auffällig unauffällig ein beliebiger gegenstand von einer ecke in die andere getragen, doch an und zu kommt es zu kommunikativer interaktion...
hier die highlights der letzten tage:
ich sollte den untergrund ebnen und mit gefälle versehen, damit später auch das wasser ablaufen kann...man stelle sich hierzu ein rechteck vor und denke sich eine imaginäre mittelline die das rechteck längs teilt...carl hat mich beauftragt, gefälle zu dieser mittellinie und im ganzen rechteck nach links einzubauen...um dies zu bewerkstelligen, legt man lange eisenstäbe aus und tariert diese mit hilfe von wasserwaagen...später wird mit sand aufgefüllt und die stäbe dienen als obergrenze... das ausrichten der stangen ist keine sehr lautstärkeintensive arbeit und schwupps... keine zwei minuten nachdem ich die schaufel in die ecke gestellt hatte und auf dem boden kniete und sand unter die stäbe geschaufelt habe um das eine ende anzuheben, geht die terrassentür auf und der sohn steht hinter mir und fragt mit dem typischen scharfen indischen tonfall "was machst du da?"
"ich richte die stangen aus..."
"warum?"
"damit später das wasser abfließt..."
"warum dauert das so lange?" (es waren gerade fünf minuten vergangen...)
"wollt ihr später dass das wasser ins haus fließt?"
"ok..." und er flappt wieder ins haus...
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ab und an musste carl neuen sand besorgen und da er nicht jeden sack zu fuß holen wollte, ist er natürlich mit dem pick up gefahren und hat größere ladungen sand mitgebracht... da die ladefläche des pick ups nun mal nicht mit einem dreißigtonner zu vergleichen ist, musste er mehrmals hintereinander sand holen fahren, was jedesmal ca 20 minuten dauerte denn der baustoffhandel war einen vorort weiter, den sand hab ich dann zusammen mit joe auf der zu pflasternden fläche verteilt... kaum war carl weg, geht schon wieder die terrassentür auf und der sohn steht vor uns...
"wo ist carl?"
"sand holen..."
"warum?"
"weil wir sand brauchen..."
"warum dauert das so lange?" (ja, ich glaube der sohn konnte nur die paar sätze auf englisch...er nutzte sie auf jeden fall sehr oft...)
ich habe mich dann ein wenig zusammenreißen müssen...und habe freundlich aber bestimmt gesagt:
"es könnte unter umständen damit zusammenhängen, dass in diesem wunderschönen viertel kein baustoffhandel existiert und er deshalb eine weile fahren muss...er ist sicher nicht der einzige autofahrer auf der straße und es gibt mit sicherheit noch andere kunden, die im baustoffhandel bedient werden wollen und dann muss man ab und zu mal warten..."
joe hat nur gegrinst und der sohn hat sich mit einem leisen "ok" wieder ins haus verzogen...
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wenn man den boden mit steinen auslegt, fängt man an einem ende an und arbeitet sich zum anderen ende hin durch...so vermeidet man unnötiges stückeln von steinen und unschöne kanten... das war mutter und sohn allerdings zu ineffizient oder langsam und so hörte man erst eine laute diskussion im haus, dann kam sohnemann rausgeflappt und fragte, wann wir denn den gemüsegarten anlegen würden (der war am komplett anderen ende der zu pflasternden fläche) und carl antwortete sichtlich genervt nur "wenn wir dort sind..."
sohnemann hat den "warnschuss" nicht gehört und frage wieder "warum dauert das so lange?" und carl sagte nun etwas lauter "weil wir der reihe nach arbeiten..." ... und so verzog sich der sohn wieder im haus... es folgte eine weitere laute diskussion in einer sprache die keiner draußen verstand und dann kam die mutter nach draußen und fragte, warum wir uns denn nur von einer seite nach vorne arbeiten würden...carl hat versucht, es ihr zu erklären...sie hat es nicht verstanden und nach zehn minuten wurden die verhandlungen als gescheitert abgebrochen...
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die mutter möchte einen -wie sie sagt- gemüsegarten von sensationellen 1m² in einer ecke der zu pflasternden fläche haben... allerdings liegt diese stelle den größten teil des tages im schatten... wir haben versucht, ihr klarzumachen, dass das von nachteil für den ertrag des gemüsegartens sein wird...und dass ein quadratmeter vielleicht ein bisschen wenig ist...
sie hat nicht wirklich verstanden was wir ihr zu erklären versuchten und hat immer nur gebetsmühlenartig wiederholt dass sie einen quadratmeter in der einen ecke haben will...
nach fünf minuten hat carl aufgegeben...
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carl hat sich fürs mittagessen unter anderem schinken besorgt und nicht alles auf einmal gegessen...und so hat er gefragt, ob noch ein kleines bisschen platz im kühlschrank wäre, um seine sachen dort zu lagern... er gibt dem sohn die tasche (die nicht im geringsten dreckig war) und dieser nimmt sie mit zwei fingern an einem zipfel und in seinen gesichtszügen drücken sich abneigung und ekel aus... kurze zeit später kommt er wieder und sagt "ich kann das nicht bei uns in den kühlschrank tun, da ist fleisch drin, wir sind vegetarier..."
in diesem moment war carl glaube ich kurz davor, dem sohn mit einer vegetarischen bananenstaude links und rechts eine überzubraten... er hat sich aber zu einem mürrischen "ok" entschieden...und hat dann gefragt ob wenigstens der kohlsalat mit mayonnaise in den kühlschrank darf... nach fast zehn minuten erklärung was denn nun im kohlsalat drin ist, wurde er wieder mit einer mischung aus abneigung und ekel vom sohn in empfang genommen durfte dann im kühlschrank asyl finden...
carl murmelte dann nur noch "arrogantes stück scheiße" und ging wieder an die arbeit...
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wenn man pflastersteine mit der schon vorher erwähnten säge schneidet, braucht man wasser damit einem das sägeblatt nicht direkt wegbrennt...und damit man nicht an einer staublunge zu grunde geht...sohnemann war allerdings der meinung, dass wir zuviel wasser verbrauchen und hat einfach mal den wasserhahn abgedreht...zum glück war ich gerade fertig mit sägen einer platte und die staubentwicklung hielt sich in grenzen... da ich allerdings nicht damit gerechnet hatte, dass uns jemand das wasser abdreht, hab ich dann erstmal erfolglos die ganzen dreißig meter schlauch auf ein leck untersucht und dann am ende den wasserhahn wieder aufgedreht...und schon wieder kam dann der sohn nach draußen und wollte wissen, ob wir denn wirklich soviel wasser bräuchten und für was überhaupt...
carl bemühte sich, ruhig zu bleiben, aber er kochte innerlich...
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nachdem man mit zement gearbeitet hat, sollte man sowohl den schubkarren in dem er angerührt wurde wie auch die werkzeuge die damit in kontakt gekommen sind, reinigen, denn nach dem aushärten kriegt man den nicht mehr ab... das habe ich abends mithilfe des wasserschlauchs auch gemacht...und wieder: weniger geräuschintensiv und keine zwei minuten später steht wieder der sohn neben mir und fragt:
"was machst du da?"
kurze pause und unglaubwürdiger blick richtung sohn "na, nach was sieht es denn aus?"
"du machst sauber..."
"gut erkannt..."
"warum dauert das so lange?"
hoppla...da ist mir der schlauch ausgerutscht... und schon war der sohn wieder im haus...
"oh...sorry..."
wenn der indisch-hinduistische glauben eine hölle kennt, so habe ich deren botschafter kennengelernt...
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Donnerstag, 9. Dezember 2010
Mittwoch, 1. Dezember 2010
arbeits/alltag
oder warum hier täglich das carltier grüßt...
langsam gehöre ich nun in meiner dritten woche im asylum (so heißt das hostel...zu deutsch "anstalt") zum inventar... ich habe coole leute getroffen und leider auch zugesehn, wie sie wieder abgereist sind... ein weiterer nachteil wenn man auf reisen ist... portionierte bekannt- und freundschaften...die kommen teilweise auf grund der begrenzten zur verfügung stehenden zeit schnell zu stande...manche haben mehr tiefgang, andere weniger... meine letzten tage und nächte habe ich mit lucy und julie aus schottland, willis aus wales und sam und simon aus schweden verbracht...eine sehr geile zeit weil wir alle etwa auf einer wellenlänge liegen... heute ist willis nach japan geflogen (nachdem er mir eine stunde davon erzählt hat, würde ich auch dort mal hinreisen...vor allem weil man dort für 350$ für 21 tage unbegrenzt oft mit dem zug reisen kann ;-) ), die schweden und julie reisen morgen gen süden... man muss sich an andauernde abschiede gewöhnen... es wird zeit sich weitere temporäre freunde zu suchen...im grunde ganz einfach...willis bspw erzählte mir, dass er so dermaßen glücklich darüber war, dass sam und ich uns einfach zu ihm gesetzt haben, als er neu hier war und mit ihm geredet hatten....er würde uns jetzt schon vermissen...
ich habe seit meiner ankunft mit einer ausnahme (cape tribulation trip) nur cairns gesehen...bzw dieselben gassen jeden tag...ein paar gärten und vororte dank des jobs... und die vororte sind an suburbaner uniformität kaum zu überbieten...jeder, wirklich jeder, hat einen bungalow mit kleiner rasenfläche vor dem haus, einer doppelgarage nebendran, einen pool hinter dem haus und ein paar palmen im garten...das wars...und ich werde von tag zu tag unruhiger weil ich gerne weiterreisen würde...andererseits nehme ich jetzt noch die paar tage arbeit mit... davon lässt sich der ein oder andere ausflug auf meinem weg nach süden bezahlen...
zum thema alltag:
ein "normaler" tag beginnt um 0:00 wenn ich mit den oben genannten personen vorm hostel auf den couchen sitze und ein verspätetes feierabendbier trinke oder in einer bar sitze...sam und ich nehmen uns jeden abend vor, dieses mal früher schlafen zu gehn...doch gegen ein uhr werfen wir meist den plan über den haufen und kommen gegen zwei oder halb drei im hostel an... 6:30 morgens reißt mein handy mich (und alle andern im zimmer evtl auch) gnadenlos aus dem schlaf ...ich verfluche den vorabend und nehme mir wieder vor, am heutigen tag früher schlafen zu gehn...danach gehts ab ins bad zur kultivierten morgentoilette, dann in die küche den verranzten toaster blockieren und dann wieder zurück und die dreckigen und feuchten arbeitsklamotten anziehen...danach ein glas kalte milch und ein glas kalte coke... sam (mittlerweile mein neuer kollege seit zwei wochen) ist dann meist auch schon auf den beinen und kurze zeit später warten wir drauf, dass carl uns abholt...bis 16 oder 17 uhr ca bearbeiten wir australische gärten mit schaufel und schubkarren...damit der zahlende besitzer seine bunten blümchen anpflanzen kann und faul am pool liegen kann... dann gehts wieder "heim" (interessant wie geflügelt dieser ausdruck "heim" wird wenn man unterwegs ist und sein leben in einem rucksack mit sich rumträgt) ... dort angekommen führt mich mein weg direkt wieder zum riesigen kühlschrank... entweder kalte coke oder kalte milch... dann duschen und die anderen fragen, wie deren tag war...danach einfach nur warten...evtl bei einem leckeren knoblauchbrot (ich habe wirklich gefallen daran gefunden...es schmeckt sehr gut...) und dann traditionell die wanderung quer durch central cairns zur bar wo ich mein kostenloses abendessen einnehme...wie jeden abend wird es chilli sein, denn das ist die größte portion...dann ggf noch zum woolworth einkaufen, zurück zum hostel...ausruhen...falls ich es nicht schon voher hatte: ein knoblauchbrot essen... evtl auch nochmal ausgehen...sich vornehmen, dieses mal nicht bis zum ende zu bleiben...(der geneigte leser merkt spätestens hier, dass ich in einer einem teufelskreis ähnelnden schleife gefangen bin...) ...zu späterer stunde den vorsatz über den haufen werfen...gegen halb drei - drei ins bett gehen, kurze zeit später wachwerden...den vorabend verfluchen...und täglich grüßt das murmeltier...oder im falle von sam und mir das "carltier"...
einzige den alltag aufmischende ausnahme der letzten tage: dienstag morgen kommt carl wie immer pünktlich eine viertel stunde zu spät und fragt nur "sascha, bist du fit?" ... obwohl tief in mir eine stimme nach drei stunden schlaf schreit "ich will wieder ins bett!!!", die sonne wie feuer auf meiner haut brennt und sam (welcher ebenfalls um die uhrzeit ins bett ist) mit einem schmunzeln die kleine notlüge entlarvt, bevor ich sie ausspreche, antworte ich mit dem mir nur irgendwie möglichem maximum an überzeugung "yepp, natürlich..."
carls antwort darauf: "ok, du fährst mich jetzt zurück zu mir, mir ist schlecht, ihr beide arbeitet heute ohne mich..."
und dann habe ich mich hinters steuer des bereits in diesem eintrag erwähnten wagens gesetzt:
allradantrieb, 145 PS und der innenraum wohl mit abstand der dreckigste auf der ganzen südhalbkugel...der sicherheitsgurt hält nur wenn der wind günstig steht und sämtliche spiegel im auto sind wohl nur der vollständigkeit halber angebrach...viel sehn kann man wenig mit denen...bei gelegenheit mache ich da mal noch ein bild von... das auto fährt sich recht gut... die schaltung hakelt ein wenig und so ist es mir das ein oder andere mal passiert, dass die linke hand den richtigen gang nicht finden wollte und statt dem vierten der zweite gang eingelegt wurde, was der motor mit energischem aufheulen quittierte...gruß ans getriebe an dieser stelle...
unsere aktuelle baustelle ist ein garten 20 km von cairns entfernt... er bestand am anfang nur aus dem pool und jeder menge gerümpel und bauschutt drumherum... nach vier tagen aufräumen, boden einebnen, platten schneiden und legen sieht das ganze wie folgt aus:
es wundert mich wirklich, dass noch keiner in den pool gefallen ist...
nachdem ich mich tags zuvor als brauchbar an der ausgeliehenen säge mit ordentlich bums am antrieb bewiesen hatte, war ich ab diesem zeitpunkt der mann fürs filigrane...
nachdem wir fast alle platten gelegt hatten, war meine aufgabe das schneiden der platten und steine rund um den pool... runde kanten mit solch einem sägeblatt schneiden ist durchaus möglich...aber aufwändig und kraftraubend...
und so stand ich den ganzen tag an der säge und habe kunstvolle platten mit geschwungenen linien produziert...sollte man im lexikon unter "sisyphusarbeit" nachschlagen...ich bin mir fast sicher, dass diese tätigkeit darunter gelistet ist...
(und bevor jetzt zig kommentare wie "öööööh die kante aufm bild is aber eckig" kommen: ja ich weiß, auf dem bild ist noch keine runde kante erkennbar... ein "vorher-bild"... nachher folgt die tage wenn alles fertig ist...)
da der pool nicht wirklich gerade linien vorweisen kann, muss man das ein oder andere mal sanfte gewalt anwenden um platten und steine in die gewünschte position zu bringen... ein handelsüblicher gummihammer erweist sich hierbei als das geeignete instrument... für besonders harte fälle greife ich gerne auf eine mystische waffe zurück...er hat den langen weg von skandinavien bis nach australien auf sich genommen...meine damen und herren:
leider war die oben gezeigte säge wie gesagt nur geliehen und wir mussten sie nach zwei tagen wieder zurückgeben...das hatte zur folge dass ich dann mit carls eigener, sehr alter säge arbeiten musste... sie kommt was schnittleistung und stärke angeht nicht annähernd an die neue säge heran... kaum legt man etwas druck an den stein um zeit zu gewinnen, gibt der antiquierte doppelriemenantrieb den geist auf...der kleine rollwagen auf dem der zu schneidende stein optimalerweise leichtgängig richtung sägeblatt bewegt wird, hat nur noch zwei statt vier rädern...klasse was die haftreibung angeht aber suboptimal was die leichtgängigkeit angeht...der boden ist vom rost zerfressen und man kann die wasserzufuhr nicht regeln... also auch wenn es nicht regnet, bin ich nach fünf minuten "batschnass" wie man im heimischen dialekt zu sagen pflegt...das mit rötlichem staub vermischte wasser färbt mein weißes kanada-bier tshirt ins braune... da man hier nur mit außentemperaturähnlichen 30°C waschen kann, kommt es unverändert wieder aus der waschmaschine...auch eine heiße dusche hat nicht gewirkt...
pro stein brauche ich im vergleich zur hochgezüchteten ausleihsäge gut das doppelte an zeit...und besonders scharf ist das sägeblatt dieser säge auch nicht...
allerdings stört der hut bei den sägearbeiten und so trage ich ihn meist nur beim plattenlegen...nach vier tagen war darüber hinaus mein erstes paar 2,50$ billighandschuhe aus china durchgewetzt...(nein, ich hatte auch nicht wirklich erwartet, dass die lange halten, aber in diesem discountshop gab es nix anderes was als "arbeitshandschuh" durchging) ich habe dann 7$ in hochwertige black&decker lederhandschuhe aus dem baumarkt investiert... bis jetzt erledigen sie ihre arbeit gut... auch hier gilt: beim sägen verzichte ich drauf... im falle eines ungüstigen falles würden sie das sägeblatt eh nicht davon abhalten, mir meine finger zu zerreißen... und im ebenfalls ungünstigen fall dass sich die handschuhe im blatt oder im antrieb verfangen besteht die gefahr, dass ich die längste zeit eine hand hatte... das würde ich gerne vermeiden...
mittlerweile ist carl wieder fit und heute mussten wir gefühlte ewigkeiten auf den rollrasen warten, der vier stunden zu spät geliefert wurde...somit konnte der zeitplan -mal wieder- nicht eingehalten werden...carl ist zwar ein fähiger arbeiter und fix was plattenlegen und sonstige arbeiten angeht, aber er ist alles andere als ein fähiger manager... er gibt einem eine aufgabge und keine zehn minuten später kommt er mit was anderem...so haben sam und ich am ende des tages 20 aufgaben bekommen, können aber keine wirklich fertigstellen und rennen somit immer von einem ende des gartens ins andere...nach sachlicher kritik an dieser vorgehensweise und meiner neu entdeckten säge-skills kann ich zumindest diese aufgabe in ruhe erledigen...sam ebnet den untergrund ein...und legt normale platten...
aktuell bzw heute nachmittag sitze / saß ich auf der terrasse bei einer kalten coke und lasse mir die sonne auf den bauch scheinen, warte drauf dass ich mein kostenloses abendessen abholen kann...usw usf (für alle leser mit schlechtem kurzzeitgedächtnis empfehle ich den dritten absatz...)
morgen gehts ans rollrasen verlegen und dann werde ich nochmal ein paar fotos vom vollendeten werk machen...und ja, ich konnte meinen vorsatz wieder nicht einhalten...kurz vor zwei morgens hier wenn ich den "veröffentlichen" button klicke...
langsam gehöre ich nun in meiner dritten woche im asylum (so heißt das hostel...zu deutsch "anstalt") zum inventar... ich habe coole leute getroffen und leider auch zugesehn, wie sie wieder abgereist sind... ein weiterer nachteil wenn man auf reisen ist... portionierte bekannt- und freundschaften...die kommen teilweise auf grund der begrenzten zur verfügung stehenden zeit schnell zu stande...manche haben mehr tiefgang, andere weniger... meine letzten tage und nächte habe ich mit lucy und julie aus schottland, willis aus wales und sam und simon aus schweden verbracht...eine sehr geile zeit weil wir alle etwa auf einer wellenlänge liegen... heute ist willis nach japan geflogen (nachdem er mir eine stunde davon erzählt hat, würde ich auch dort mal hinreisen...vor allem weil man dort für 350$ für 21 tage unbegrenzt oft mit dem zug reisen kann ;-) ), die schweden und julie reisen morgen gen süden... man muss sich an andauernde abschiede gewöhnen... es wird zeit sich weitere temporäre freunde zu suchen...im grunde ganz einfach...willis bspw erzählte mir, dass er so dermaßen glücklich darüber war, dass sam und ich uns einfach zu ihm gesetzt haben, als er neu hier war und mit ihm geredet hatten....er würde uns jetzt schon vermissen...
ich habe seit meiner ankunft mit einer ausnahme (cape tribulation trip) nur cairns gesehen...bzw dieselben gassen jeden tag...ein paar gärten und vororte dank des jobs... und die vororte sind an suburbaner uniformität kaum zu überbieten...jeder, wirklich jeder, hat einen bungalow mit kleiner rasenfläche vor dem haus, einer doppelgarage nebendran, einen pool hinter dem haus und ein paar palmen im garten...das wars...und ich werde von tag zu tag unruhiger weil ich gerne weiterreisen würde...andererseits nehme ich jetzt noch die paar tage arbeit mit... davon lässt sich der ein oder andere ausflug auf meinem weg nach süden bezahlen...
zum thema alltag:
ein "normaler" tag beginnt um 0:00 wenn ich mit den oben genannten personen vorm hostel auf den couchen sitze und ein verspätetes feierabendbier trinke oder in einer bar sitze...sam und ich nehmen uns jeden abend vor, dieses mal früher schlafen zu gehn...doch gegen ein uhr werfen wir meist den plan über den haufen und kommen gegen zwei oder halb drei im hostel an... 6:30 morgens reißt mein handy mich (und alle andern im zimmer evtl auch) gnadenlos aus dem schlaf ...ich verfluche den vorabend und nehme mir wieder vor, am heutigen tag früher schlafen zu gehn...danach gehts ab ins bad zur kultivierten morgentoilette, dann in die küche den verranzten toaster blockieren und dann wieder zurück und die dreckigen und feuchten arbeitsklamotten anziehen...danach ein glas kalte milch und ein glas kalte coke... sam (mittlerweile mein neuer kollege seit zwei wochen) ist dann meist auch schon auf den beinen und kurze zeit später warten wir drauf, dass carl uns abholt...bis 16 oder 17 uhr ca bearbeiten wir australische gärten mit schaufel und schubkarren...damit der zahlende besitzer seine bunten blümchen anpflanzen kann und faul am pool liegen kann... dann gehts wieder "heim" (interessant wie geflügelt dieser ausdruck "heim" wird wenn man unterwegs ist und sein leben in einem rucksack mit sich rumträgt) ... dort angekommen führt mich mein weg direkt wieder zum riesigen kühlschrank... entweder kalte coke oder kalte milch... dann duschen und die anderen fragen, wie deren tag war...danach einfach nur warten...evtl bei einem leckeren knoblauchbrot (ich habe wirklich gefallen daran gefunden...es schmeckt sehr gut...) und dann traditionell die wanderung quer durch central cairns zur bar wo ich mein kostenloses abendessen einnehme...wie jeden abend wird es chilli sein, denn das ist die größte portion...dann ggf noch zum woolworth einkaufen, zurück zum hostel...ausruhen...falls ich es nicht schon voher hatte: ein knoblauchbrot essen... evtl auch nochmal ausgehen...sich vornehmen, dieses mal nicht bis zum ende zu bleiben...(der geneigte leser merkt spätestens hier, dass ich in einer einem teufelskreis ähnelnden schleife gefangen bin...) ...zu späterer stunde den vorsatz über den haufen werfen...gegen halb drei - drei ins bett gehen, kurze zeit später wachwerden...den vorabend verfluchen...und täglich grüßt das murmeltier...oder im falle von sam und mir das "carltier"...
einzige den alltag aufmischende ausnahme der letzten tage: dienstag morgen kommt carl wie immer pünktlich eine viertel stunde zu spät und fragt nur "sascha, bist du fit?" ... obwohl tief in mir eine stimme nach drei stunden schlaf schreit "ich will wieder ins bett!!!", die sonne wie feuer auf meiner haut brennt und sam (welcher ebenfalls um die uhrzeit ins bett ist) mit einem schmunzeln die kleine notlüge entlarvt, bevor ich sie ausspreche, antworte ich mit dem mir nur irgendwie möglichem maximum an überzeugung "yepp, natürlich..."
carls antwort darauf: "ok, du fährst mich jetzt zurück zu mir, mir ist schlecht, ihr beide arbeitet heute ohne mich..."
und dann habe ich mich hinters steuer des bereits in diesem eintrag erwähnten wagens gesetzt:
allradantrieb, 145 PS und der innenraum wohl mit abstand der dreckigste auf der ganzen südhalbkugel...der sicherheitsgurt hält nur wenn der wind günstig steht und sämtliche spiegel im auto sind wohl nur der vollständigkeit halber angebrach...viel sehn kann man wenig mit denen...bei gelegenheit mache ich da mal noch ein bild von... das auto fährt sich recht gut... die schaltung hakelt ein wenig und so ist es mir das ein oder andere mal passiert, dass die linke hand den richtigen gang nicht finden wollte und statt dem vierten der zweite gang eingelegt wurde, was der motor mit energischem aufheulen quittierte...gruß ans getriebe an dieser stelle...
unsere aktuelle baustelle ist ein garten 20 km von cairns entfernt... er bestand am anfang nur aus dem pool und jeder menge gerümpel und bauschutt drumherum... nach vier tagen aufräumen, boden einebnen, platten schneiden und legen sieht das ganze wie folgt aus:
es wundert mich wirklich, dass noch keiner in den pool gefallen ist...
nachdem ich mich tags zuvor als brauchbar an der ausgeliehenen säge mit ordentlich bums am antrieb bewiesen hatte, war ich ab diesem zeitpunkt der mann fürs filigrane...
nachdem wir fast alle platten gelegt hatten, war meine aufgabe das schneiden der platten und steine rund um den pool... runde kanten mit solch einem sägeblatt schneiden ist durchaus möglich...aber aufwändig und kraftraubend...
und so stand ich den ganzen tag an der säge und habe kunstvolle platten mit geschwungenen linien produziert...sollte man im lexikon unter "sisyphusarbeit" nachschlagen...ich bin mir fast sicher, dass diese tätigkeit darunter gelistet ist...
(und bevor jetzt zig kommentare wie "öööööh die kante aufm bild is aber eckig" kommen: ja ich weiß, auf dem bild ist noch keine runde kante erkennbar... ein "vorher-bild"... nachher folgt die tage wenn alles fertig ist...)
da der pool nicht wirklich gerade linien vorweisen kann, muss man das ein oder andere mal sanfte gewalt anwenden um platten und steine in die gewünschte position zu bringen... ein handelsüblicher gummihammer erweist sich hierbei als das geeignete instrument... für besonders harte fälle greife ich gerne auf eine mystische waffe zurück...er hat den langen weg von skandinavien bis nach australien auf sich genommen...meine damen und herren:
THORS HAMMER!!!
leider war die oben gezeigte säge wie gesagt nur geliehen und wir mussten sie nach zwei tagen wieder zurückgeben...das hatte zur folge dass ich dann mit carls eigener, sehr alter säge arbeiten musste... sie kommt was schnittleistung und stärke angeht nicht annähernd an die neue säge heran... kaum legt man etwas druck an den stein um zeit zu gewinnen, gibt der antiquierte doppelriemenantrieb den geist auf...der kleine rollwagen auf dem der zu schneidende stein optimalerweise leichtgängig richtung sägeblatt bewegt wird, hat nur noch zwei statt vier rädern...klasse was die haftreibung angeht aber suboptimal was die leichtgängigkeit angeht...der boden ist vom rost zerfressen und man kann die wasserzufuhr nicht regeln... also auch wenn es nicht regnet, bin ich nach fünf minuten "batschnass" wie man im heimischen dialekt zu sagen pflegt...das mit rötlichem staub vermischte wasser färbt mein weißes kanada-bier tshirt ins braune... da man hier nur mit außentemperaturähnlichen 30°C waschen kann, kommt es unverändert wieder aus der waschmaschine...auch eine heiße dusche hat nicht gewirkt...
pro stein brauche ich im vergleich zur hochgezüchteten ausleihsäge gut das doppelte an zeit...und besonders scharf ist das sägeblatt dieser säge auch nicht...
und hier ist sam, mein schwedischer zimmergenosse, arbeitskollege und kneipentouri...ich besitze ebenfalls solch einen modischen strohhut, denn die sonne brennt einem erbarmungslos ins genick und mein kleiner anglerhut hilft nicht wirklich dagegen...
allerdings stört der hut bei den sägearbeiten und so trage ich ihn meist nur beim plattenlegen...nach vier tagen war darüber hinaus mein erstes paar 2,50$ billighandschuhe aus china durchgewetzt...(nein, ich hatte auch nicht wirklich erwartet, dass die lange halten, aber in diesem discountshop gab es nix anderes was als "arbeitshandschuh" durchging) ich habe dann 7$ in hochwertige black&decker lederhandschuhe aus dem baumarkt investiert... bis jetzt erledigen sie ihre arbeit gut... auch hier gilt: beim sägen verzichte ich drauf... im falle eines ungüstigen falles würden sie das sägeblatt eh nicht davon abhalten, mir meine finger zu zerreißen... und im ebenfalls ungünstigen fall dass sich die handschuhe im blatt oder im antrieb verfangen besteht die gefahr, dass ich die längste zeit eine hand hatte... das würde ich gerne vermeiden...
mittlerweile ist carl wieder fit und heute mussten wir gefühlte ewigkeiten auf den rollrasen warten, der vier stunden zu spät geliefert wurde...somit konnte der zeitplan -mal wieder- nicht eingehalten werden...carl ist zwar ein fähiger arbeiter und fix was plattenlegen und sonstige arbeiten angeht, aber er ist alles andere als ein fähiger manager... er gibt einem eine aufgabge und keine zehn minuten später kommt er mit was anderem...so haben sam und ich am ende des tages 20 aufgaben bekommen, können aber keine wirklich fertigstellen und rennen somit immer von einem ende des gartens ins andere...nach sachlicher kritik an dieser vorgehensweise und meiner neu entdeckten säge-skills kann ich zumindest diese aufgabe in ruhe erledigen...sam ebnet den untergrund ein...und legt normale platten...
aktuell bzw heute nachmittag sitze / saß ich auf der terrasse bei einer kalten coke und lasse mir die sonne auf den bauch scheinen, warte drauf dass ich mein kostenloses abendessen abholen kann...usw usf (für alle leser mit schlechtem kurzzeitgedächtnis empfehle ich den dritten absatz...)
morgen gehts ans rollrasen verlegen und dann werde ich nochmal ein paar fotos vom vollendeten werk machen...und ja, ich konnte meinen vorsatz wieder nicht einhalten...kurz vor zwei morgens hier wenn ich den "veröffentlichen" button klicke...
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